Politische Spannungen im Hintergrund
Erster Trump-Vertrauter fordert Italien statt Iran bei der WM 2026
Ein umstrittener Vorschlag aus den USA sorgt für Aufsehen: Ein Vertrauter von US-Präsident Trump will Italien anstelle des Iran bei der WM 2026 sehen.
Im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko sorgt ein ungewöhnlicher Vorschlag aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump für Aufsehen. Paolo Zampolli, Sondergesandter für globale Partnerschaften und enger Vertrauter von Trump, hat vorgeschlagen, dass Italien den Platz des Iran bei dem bevorstehenden Turnier (11. Juni bis 19. Juli) einnimmt.
Gegenüber der Financial Times erklärt er: „Ich kann bestätigen, dass ich vorgeschlagen habe, dass Italien den Iran ersetzt.“ Als Begründung gibt Zampolli, der selbst italienischer Abstammung ist, die sportliche Tradition Italiens an. „Mit vier Titeln haben sie die Reputation, die eine Teilnahme rechtfertigt“, so der Trump-Vertraute. Für ihn persönlich sei es „ein Traum“, Italien bei der WM in den USA zu sehen.
Kurioser Vorschlag von Trump-Vertrautem sorgt für Wirbel: Italien statt Iran bei der WM 2026?
Der Vorschlag dürfte vor allem politisch motiviert sein und soll die zuletzt angespannten Beziehungen zwischen Washington und Rom, insbesondere zwischen Trump und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, entspannen. Der US-Präsident hatte Papst Leo XIV. nach dessen Friedensappell mehrfach verbal attackiert, woraufhin sich Trump und Meloni gegenseitig kritisierten. In diesem Kontext könnte der Vorschlag als Versuch gesehen werden, die Wogen zu glätten.
Darüber hinaus dürfte auch der seit Wochen andauernde Krieg zwischen den USA und dem Iran ein Beweggrund für Zampollis Forderung sein. Noch nie hat eine Nation an einer WM teilgenommen, die sich im Kriegszustand mit dem Gastgeberland befindet. Allerdings hat sich der Iran bereits sportlich für das Turnier qualifiziert, wohingegen Italien die Qualifikation zum dritten Mal in Folge verpasst hat.
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Bislang gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass der Iran tatsächlich nicht an der WM teilnehmen wird. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte zuletzt noch betont, dass die iranische Nationalmannschaft „auf jeden Fall“ dabei sein werde. In der Gruppenphase trifft der Iran auf Belgien, Neuseeland und Ägypten und trägt seine Spiele in Seattle und nahe Los Angeles aus. Der Wunsch Irans, die Spiele nach Mexiko zu verlegen, wurde von der FIFA abgelehnt.
Das letzte Wort wurde in der Angelegenheit aber wohl längst nicht gesprochen. Aufgrund des nicht absehbaren Endes des Krieges im Nahen Osten könnten die USA den qualifizierten Iranern die Einreise verweigern, sollte der Iran die WM-Teilnahme nicht freiwillig absagen. Bis zum 13. Mai hat Iran noch Zeit, um der FIFA eine endgültige Entscheidung vorzulegen. Sollte es tatsächlich zum Rückzug kommen, müsste eine andere Nation nachziehen. (dwe)
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