Interview nach Bayern-Klatsche

Kramarić-Wutrede: TSG-Boss mit überraschender Reaktion

Nach der 0:5-Niederlage gegen den FC Bayern gibt Hoffenheims Angreifer Andrej Kramarić ein bemerkenswertes Interview. TSG-Boss Markus Schütz antwortet unerwartet.

München/Sinsheim – Die TSG Hoffenheim präsentierte sich am Mittwochabend in der Allianz Arena chancenlos und wurde dementsprechend vom FC Bayern mit 0:5 abgefertigt. Andrej Kramarić echauffierte sich im Anschluss im Interview mit ESPN beachtlich. Doch Konsequenzen muss der Stürmer wohl nicht fürchten.

TSG-Boss: „Es ist verständlich, dass sich Frust aufstaut“

Auf eine Nachfrage des kicker reagiert TSG-Boss Markus Schütz sogar verständnisvoll auf die Wutrede von Kramarić: „Es ist verständlich, dass sich Frust aufstaut, aber es ist im Grunde ja positiv, wenn die Spieler emotional bei der Sache sind. Und wir alle erwarten, dass diese Emotionalität sich in einer konstruktiven Energie in unseren kommenden Auftritten zeigen wird.“

Andrej Kramarić (l.) hatte bereits mit der heftigen Niederlage gegen den FC Bayern gerechnet.

Kramarić sagte am Vorabend, er habe bereits mit einer eklatanten Niederlage gegen den FC Bayern gerechnet. „Das ist das Bild der ganzen Saison, das ist eine große Scheißsaison“, klagte der Kroate, der sich eigenen Worten zufolge „immer noch sanft“ äußerte: „Wenn ich die Wahrheit sagen würde und einige Dinge, die mir über den Verein und die ganze Situation durch den Kopf gehen, würde ich wahrscheinlich die größte Strafe in der Geschichte der Bundesliga erhalten.“

Kramarić klagt: „Nichts funktioniert“

Im Oktober 2024 folgte Andreas Schicker auf Alexander Rosen und wurde damit neuer Sportchef, im November beerbte Christian Ilzer auf der Trainerposition Pellegrino Matarazzo. Eine Besserung trat damit nicht ein. „Im Moment sind wir in Abstiegsgefahr, mit einem guten Kader und guten Spielern, aber nichts funktioniert, weil sich im Verein etwas verändert hat“, monierte Kramarić. Man investiere „so viel Geld für nichts“

Über 60 Millionen Euro investierten die Kraichgauer in Spieler wie Adam Hložek (18 Millionen Euro), Alexander Prass (9,5 Millionen Euro), Gift Orban (9 Millionen Euro) oder Valentin Genrey (8,5 Millionen Euro), doch seit dem 4:3 gegen RB Leipzig am 23. November ist die Mannschaft sieglos.

Schütz widerspricht Kramarić

Als Führungsspieler wolle Kramarić mit gutem Beispiel voranschreiten. „Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich so fühle. Wenn sich daran nichts ändern lässt, werde ich versuchen, es zu ändern. Wenn ich anfange zu reden, werden alle zuhören“, so der 33-Jährige. „Ich denke, die Fans verstehen, was passiert und warum wir so spielen. Es ist kein unglücklicher Moment.“

Obwohl Kramarić einige Entscheidungen abseits des rein Sportlichen anprangerte, meint Schütz deutlich: „Wir werden diesen eingeschlagenen Weg konsequent und unbeirrt von störenden Strömungen weitergehen. Wir haben noch eine komplette Rückrunde zu spielen, es sind noch 51 Punkte zu vergeben.“ Derzeit steht die TSG mit lediglich 14 Punkten aus 17 Partien auf dem Relegationsplatz und ist damit stark abstiegsgefährdet.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Harry Langer/DeFodi Images

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