Premier-League-Coach im Visier

Trainer-Überraschung beim FC Bayern: Im Hintergrund liefen wohl Gespräche mit Freund-Kumpel

Der FC Bayern wird bei seiner Suche nach einem neuen Trainer erfinderisch. Vor Kurzem gab es offenbar Gespräche mit einem Freund-Kumpel – dessen Klub lehnt wohl ab.

Update vom 17. Mai, 12.35 Uhr: Thomas Tuchel bleibt nicht Trainer des FC Bayern. Das bestätigte der 50-Jährige auf seiner letzten Pressekonferenz an der Säbener Straße. „Das ist meine letzte Pressekonferenz an der Säbener Straße. Es bleibt bei der Vereinbarung vom Februar. Es gab nochmal Gespräche. Wir haben keine Einigung gefunden für eine weitere Zusammenarbeit“, sagte Tuchel am Freitag. Auch Oliver Glasner wird nicht Trainer der Münchener.

Trainer-Überraschung beim FC Bayern: Im Hintergrund liefen wohl Gespräche mit Freund-Kumpel

Erstmeldung vom 12. Mai: München – Der FC Bayern hat sich bei seiner Trainersuche zahlreiche Absagen eingehandelt. Alonso, Nagelsmann, Rangnick – keiner der Wunschkandidaten steht für die Nachfolge von Thomas Tuchel zur Verfügung. Weitere Kandidaten sagten mehr oder weniger ab.

Die Münchner müssen deshalb kreativ werden und über den Tellerrand hinausschauen. Der Blick geht nun offenbar nach England. Bahnt sich beim FC Bayern etwa eine Trainer-Überraschung an?

Crystal Palace sagte wohl FC Bayern wegen Glasner ab

Der FC Bayern hat laut Sky UK bei Oliver Glasner angefragt. Der ehemalige Trainer von Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg ist aktuell in der Premier League bei Crystal Palace beschäftigt.

Dem Bericht zufolge haben Sportdirektor Christoph Freund und Sportvorstand Max Eberl wegen Glasner Gespräche geführt. Allerdings soll der stolze Klub aus dem Süden Londons den Bayern eine Abfuhr erteilt haben. Ob die Bayern ihre Gedanken über den Österreicher damit ad acta gelegt haben, ist nicht bekannt.

Sportdirektor Christoph Freund führt Gespräche mit Trainer-Kandidaten beim FC Bayern.

Bayern-Sportdirektor Freund kennt Glasner schon lange

Fakt ist: Der 49-Jährige soll einen engen Draht zu Bayern-Sportdirektor Freund haben und auch daher möglicherweise ins Visier der Münchner geraten sein. Die beiden Österreicher kennen und schätzen sich aus gemeinsamen Zeiten bei RB Salzburg.

Glasner war bei den Mozartstädtern bis Sommer 2012 ein halbes Jahr als Sportkoordinator angestellt. Diese Rolle übernahm dann der bisherige Teammanager Freund, während Glasner die folgenden beiden Jahre unter Roger Schmidt – ebenfalls ein Freund-Kumpel – Co-Trainer wurde.

Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Der niederländische Coach Erik ten Hag ist bei seinem aktuellen Klub Manchester United nicht unumstritten. Es ist möglich, dass sich beide Parteien im Sommer trennen. Laut Ex-Profi und Insider Jan Aage Fjörtoft scheint sogar ein Trainertausch mit FCB-Noch-Coach Tuchel nicht ausgeschlossen, wie der Norweger auf X schreibt.
Der frühere Bayern-Profi und spätere Reserve-Coach Martín Demichelis wird immer wieder von Experten als mögliche Übergangslösung auf der Trainerbank genannt, die im Erfolgsfall zur Dauerlösung werden könnte. Demichelis trainiert aktuell den argentinischen Spitzenklub River Plate. Trotz einiger Erfolge und der Meisterschaft im letzten Jahr ist der Coach in Buenos Aires nicht unumstritten. Die Argentinier könnten Demichelis bei einem tatsächlichen Bayern-Interesse ziehen lassen.
Der arbeitslose Spanier Julen Lopetegui ist ebenfalls einer der Kandidaten. Der FC Bayern muss sich laut Sky aber mit Premier-League-Klub West Ham United um den früheren Coach von Real Madrid streiten, die den Coach ebenfalls verpflichten wollen.
Zwischen Zinédine Zidane und dem FC Bayern soll es laut der italienischen Sportzeitung Corriere dello Sport bereits Kontakt gegeben haben. Laut Sportbild kommt ein Engagement des dreimaligen Weltfußballers in München aber nicht infrage, weil er einen Verein trainieren wolle, dessen Sprache er beherrsche. Für den Franzosen, der langfristig als designierter Nachfolger von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps gilt, wäre ein Engagement in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Trainerstation seit seinem Ausscheiden bei Real Madrid 2021. Als Coach der „Königlichen“ gewann er in zwei Amtszeiten unter anderem zweimal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League.
Tuchel-Nachfolger beim FC Bayern: Die Kandidaten-Liste in der Übersicht

Bayern-Interesse an Glasner überraschend

Trotzdem kommt der Vorstoß der Bayern bei Glasner überraschend. Der gebürtige Salzburger ist erst seit Februar bei Crystal Palace. Das aber sehr erfolgreich mit attraktivem Fußball. Zuletzt feierten Eagles fünf Siege in sechs Spielen (ein Remis), darunter Erfolge gegen Liverpool (1:0) und Manchester United (4:0) – mit Trainer Erik ten Hag, der ebenfalls auf der Bayern-Liste stand.

Glasner war in der Bundesliga jeweils zwei Jahre beim VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt beschäftigt. Mit den Hessen gewann er 2022 die Europa League. Glasner gilt jedoch als streitbarer Charakter, beide Engagements endeten mit Störgeräuschen zwischen Trainer und Klubführung.

FC Bayern geht wohl All-In bei Flick

Die Bayern haben wohl ohnehin einen anderen Favoriten. Hansi Flick gilt als Favorit auf den Trainerposten beim deutschen Rekordmeister. Zwischen dem FC Bayern und Flick sollen bereits konkrete Gespräche laufen. (ck)

Rubriklistenbild: © Michael Weber/Imago

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