Keine Ausrede mehr

„Froh, dass wir ausgeschieden sind“: Marcell Jansen hält WM-Aus für große DFB-Chance

Das frühe WM-Aus der DFB-Elf hat auch eine positive Seite, findet Marcell Jansen. Nun kann der DFB den unangenehmen Fragen nicht mehr ausweichen.

„Ich bin froh, dass wir nicht mit Glück weitergekommen sind“, überrascht Ex-Nationalspieler Marcell Jansen mit seiner Analyse zum WM-Aus der deutschen Mannschaft am Donnerstag in „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA). Was Jansen meint: Durch die Blamage ist eine schonungslose Analyse der Probleme nicht mehr zu vermeiden. Ein Sieg gegen Paraguay hätte es hingegen leichter gemacht, Ausreden zu finden.

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„Im Achtelfinale hätten wir wahrscheinlich knapp gegen Frankreich mit 1:2 verloren. Und wir hätten wieder alle gesagt: Super, wir sind Gruppensieger geworden. Und dann sind wir halt gegen Frankreich ausgeschieden“, so der ehemalige HSV-Präsident weiter. Diese Analyse hätte Jansen zufolge fatale Konsequenzen gehabt: „Dann hätten wir die nächsten vier Jahre wieder verschenkt“ (alle Aussagen hier).

Jansens Analyse: Der DFB hat die Mannschaft überschätzt

Denn: Jansen macht als Grund für das frühe WM-Aus strukturelle Probleme aus, die trotz des Gruppensiegs schon in der Vorrunde zu sehen waren, besonders in der Defensive. „Wenn man sieht, wie viele Gegentore die Mannschaft in den vergangenen Jahren bekommen hat, muss man eigentlich einen ganz anderen Ansatz wählen“, kritisiert der 40-Jährige. Zum dritten Mal in Folge spielte die DFB-Elf bei einer WM nicht zu null. Selbst Außenseiter Curacao traf gegen Deutschland.

Ursächlich dafür sei, dass der DFB die eigene Mannschaft überschätzt habe. „Wir waren Herausforderer und keine der Top-fünf-Nationen. Das war vorher bekannt. Aber wir sind so aufgetreten, als seien wir einer der Turnierfavoriten“, erklärt Jansen. Diese Selbstüberschätzung ist nun nicht mehr möglich. Das könnte sich im Nachhinein als wichtiger Schritt zur Verbesserung der Nationalmannschaft herausstellen.

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Hansi Flick: Bundestrainer 2021 bis 2023; 25 Spiele (12 Siege, 7 Remis, 6 Niederlagen)
Joachim Löw: Bundestrainer 2006 bis 2021; 198 Spiele (124 Siege, 40 Remis, 34 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 2014
Jürgen Klinsmann: Bundestrainer 2004 bis 2006; 34 Spiele (20 Siege, 8 Remis, 6 Niederlagen)
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Weil die Probleme so tiefgreifend sind, hält Jansen nichts davon, den Bundestrainer zum Schuldigen zu erklären: „Es wäre zu einfach, jetzt nur auf Nagelsmann zu zeigen. Es fängt doch schon vorher an.“ Für die richtige Besetzung hält er ihn dennoch nicht. „Für mich ist er vom Profil her ein Vereinstrainer.“ Eine Chance, diese Einschätzung zu widerlegen, wird Nagelsmann wohl nicht bekommen. Nach Informationen von Absolut Fussball ist seine Entlassung beschlossene Sache. (hgag)

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa und AF

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