Nach Woltemade-Wechsel

Mit nur einem Wort erklärt Kompany das Transfer-Dilemma des FC Bayern

Der Transfer von Nick Woltemade zu Newcastle United kommt überraschend. Vincent Kompany zeigt sich besorgt über die Entwicklung auf dem Transfermarkt.

München – Einen Tag vor dem Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg (Samstag, 18.30 Uhr) war die Pressekonferenz des FC Bayern von dem bevorstehenden Mega-Transfer von Nick Woltemade zu Newcastle United bestimmt. Nach Florian Wirtz, der für 125 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum FC Liverpool gewechselt war, ist Woltemade der nächste Bayern-Wunschspieler, den es auf die Insel zieht.

Vincent Kompany spricht über die Transfer-Aktivitäten des FC Bayern.

Ein weiterer herber Rückschlag für den deutschen Rekordmeister, der in der noch bis zum 1. September laufenden Transferperiode bereits zahlreiche Absagen kassiert hat. Neben Wirtz und Woltemade waren die Bayern auch an Xavi Simons, der jetzt wohl zu den Tottenham Hotspur wechselt, Nico Williams oder Christopher Nkunku interessiert. Alle entschieden sich – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen – gegen einen Bayern-Wechsel.

Kompany reagiert ungewöhnlich ehrlich auf Transfer-Dilemma des FC Bayern

Als Vincent Kompany auf der Pressekonferenz mit der Frage konfrontiert wurde, warum es mittlerweile so viele Spieler gibt, die lieber in die Premier League anstatt zum FCB wechseln, reicht dem Belgier ein Wort: „Geld“. Ein lautes Gelächter hallte daraufhin durch den Presseraum, bevor Kompany sein Wort etwas präzisiert.

„Die Wahrheit ist, ich bin mit Burnley in die Premier League aufgestiegen und dann haben wir 100 Millionen Euro als Fernsehgelder bekommen, allein als Aufsteiger – und die anderen kriegen noch mehr. Also von 25 auf plötzlich 120 oder 130 Millionen Euro Budget, was in der Bundesliga bedeuten würde, dass man zu Top sechs, Top acht Mannschaften gehört“, erinnert er sich an seine Zeit als Trainer in England zurück.

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Anschließend zieht er einen Vergleich zum AFC Sunderland, der jetzt Spieler von Bayer Leverkusen kauft „und da im Wettbewerb mit AC Mailand ist. Das ist die Realität. Das ist nicht nur die Diskussion, die Bayern München führen muss, sondern die gesamte Bundesliga. Sie müssen einen Weg finden, um wirklich wettbewerbsfähig zu bleiben“, mahnt der 39-Jährige. Sunderland hat als Aufsteiger in diesem Sommer bereits 165 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben.

Kompany wegen Transfer-Entwicklung ratlos

Darüber hinaus lässt Vincent Kompany ein weiterer Umstand ratlos zurück. „Es ist ja nicht so, dass die Spieler, die in die Premier League gehen, schon fünf oder sechs Jahre auf Top-Niveau waren, sondern ein oder zwei Jahre.“ Das jüngste Beispiel dafür ist Woltemade, dem erst im Verlauf der letzten Saison sein Durchbruch gelungen ist. Grund genug für Newcastle, 90 Millionen Euro für den DFB-Star an den VfB Stuttgart zu überweisen.

Auf der anderen Seite bietet auch die Premier League für den FC Bayern einen interessanten Markt. So könnte nach Luis Diaz, für den die Münchner 75 Millionen Euro an Liverpool gezahlt hatten, in Nicolas Jackson ein weiterer Star von der Insel an die Säbener Straße wechseln. Derzeit verhandeln Max Eberl und Co. mit dem FC Chelsea über eine Leihe des Stürmers. Noch gibt es aber wohl eine große Diskrepanz bezüglich einer Leihgebühr. (dwe)

Rubriklistenbild: © IMAGO

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