„Es war mir eine Ehre“

Bayern-Missverständnis verabschiedet sich emotional – Reaktionen sprechen Bände

Bouna Sarr verabschiedet sich emotional vom FC Bayern. Der Transfer-Flop wechselt ablösefrei. Die Reaktionen der Mitspieler sprechen Bände.

München – Nach vier Jahren Leidenszeit geht ein Missverständnis beim FC Bayern zu Ende. Bouna Sarr wird als teurer Transfer-Flop in Erinnerung bleiben – aber auch als beliebter Mitspieler, der sich stets in den Dienst der Mannschaft stellte. Jetzt nimmt Sarr ein letztes Mal in einer emotionalen Botschaft Abschied von der Bayern-Familie, die Reaktionen der FCB-Stars sprechen Bände.

Bayern-Missverständnis verabschiedet sich emotional – Reaktionen sprechen Bände

„Nach vier Jahren im Verein ist es für mich an der Zeit, mich von Ihnen zu verabschieden und Ihnen aus tiefstem Herzen zu danken. In den letzten vier Jahren habe ich viele tolle Menschen kennengelernt und es war mir eine Ehre, Teil dieser wunderbaren Familie zu sein, die der FC Bayern ist“, schreibt Bouna Sarr in Französisch auf Instagram. „Ich habe sowohl in guten als auch in schwierigen Zeiten viel gelernt und kann Ihnen dafür nur dankbar sein.“

Es dürften die letzten Worte des gebürtigen Franzosen und senegalesischen Nationalspielers als Bayern-Spieler gewesen sein, der in seiner Zeit in München viele Schattenseiten des Profifußballs kennengelernt hat. Nach vier Jahren, die von vielen Verletzungen überschattet waren, läuft Sarrs Vertrag im Sommer aus. Zuletzt wurde der Transfer-Flop offiziell verabschiedet, sein letzter Bayern-Traum, noch einmal für den Rekordmeister aufzulaufen, erfüllte sich nicht mehr.

Außenverteidiger Bouna Sarr verlässt den FC Bayern nach vier Jahren.

Bouna Sarr bedankt sich beim FC Bayern nach vier Jahren

Sarr hatte den Bayern einst im Oktober 2020 nach einer Hauruckaktion am Deadline Day des Transfermarkts acht Millionen Euro Ablöse gekostet. Der Ertrag in vier Jahren, in denen Sarr dem Vernehmen nach zwei bis drei Millionen Euro Gehalt einstrich, ist ernüchternd: 33 Pflichtspiele, ein Tor und vier Vorlagen. Allerdings muss man dem 32-Jährigen zugutehalten, dass er trotz tristem Reservistendasein keinen Ärger machte und sich als Teamplayer verstand.

„Ich wünsche Ihnen allen das Beste und den größten Erfolg, den dieser Verein verdient und der ihn zu einem der besten der Welt macht!“, erklärt Sarr und schließt seinen Post mit den letzten Worten sogar auf Deutsch: „Danke für Alles!“ Dazu fügt er den Hashtag „MiaSanMia“ sowie drei Herz-Emojis an. Und auch seine ehemaligen Mitspieler sind emotional berührt.

Millionenfresser und Bankwärmer: Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
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Bayern-Stars huldigen Transfer-Flop Bouna Sarr

Kingsley Coman antwortet auf Sarrs Abschiedsworte: „Wir werden dich vermissen Bro.“ Mathys Tel meint: „Als Soldat, mein Bruder“. Alphonso Davies und Aleksandar Pavlovic lassen mehrere Herzen da. Auch der FC Bayern bedankte sich, bereits vor dem letzten Heimspiel wurde Sarr mit Blumen verabschiedet.

Und sogar Thomas Müller, der kurz vor der EM einen Wechsel ankündigt, wenn auch nicht auf dem Fußballplatz, hat Sarr offenbar ins Herz geschlossen. „Merci Bouna“, schreibt Müller und fügt zwei Flammen-Emojis hinzu. Die Reaktionen der Mitspieler sprechen Bände und zeigen, dass der Rechtsverteidiger in seiner Bayern-Zeit nicht alles falsch gemacht haben dürfte. Die guten Erinnerungen und die Freundschaft zu den Kollegen stehen im Vordergrund.

Millionen-Missverständnis Sarr verlässt FC Bayern ablösefrei

Doch wie geht es mit Bouna Sarr nach vier Jahren in München nun weiter? Ein Abschied ist immer auch der Beginn eines neuen Kapitels. Der Außenverteidiger will seine Karriere wohl fortsetzen. Fest steht: Das Millionen-Missverständnis verlässt den FC Bayern ablösefrei: Das Transfer-Ziel scheint klar. (ck)

Rubriklistenbild: © Markus Fischer/Imago

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