„Er ist im Saft, er wird uns weiterbringen“
Nagelsmann erklärt Entscheidung für Nachnominierung von Ouedraogo und gegen El Mala
Nach dem verletzungsbedingten Aus von Lennart Karl nominierte Bundestrainer Julian Nagelsmann überraschend Assan Ouédraogo nach – eine Entscheidung, die sportlich wie taktisch für Diskussionen sorgte.
Des einen Turnier-Aus, des anderen Türöffner: Während sich die WM-Hoffnungen von Lennart Karl durch einen Muskelbündelriss zerschlagen haben, rückt Assan Ouédraogo überraschend ins Aufgebot von Bundestrainer Julian Nagelsmann nach und sorgt damit für einige Verwunderung im Großteil der deutschen Fußballnation.
Die Entscheidung für den Mittelfeldspieler von RB Leipzig fiel dabei auch deshalb auf, weil auf den ersten Blick mehrere offensiv ausgerichtete Alternativen wie Said El Mala, Kevin Schade, Karim Adeyemi oder Chris Führich naheliegender erschienen wären. Vor allem was eine Eins-zu-Eins-Lösung für den Spielertyp Lennart Karl betrifft. Stattdessen setzt Nagelsmann auf Flexibilität und Entwicklungspotenzial.
Nagelsmann erklärt seine Ouédraogo-Entscheidung
Wie aus dem Umfeld der Entscheidung zu hören war, überzeugte der 20-Jährige vor allem durch seine Vielseitigkeit. Der groß gewachsene Offensivspieler kann mehrere Positionen bekleiden und fühlt sich auch im zentralen Mittelfeld auf der Acht wohl. Dazu kommt seine aktuelle Formkurve: Im Saisonendspurt traf er beim 1:4 gegen den SC Freiburg selbst und präsentierte sich körperlich wie spielerisch in guter Verfassung.
Auch ein Blick zurück auf seine bisherigen Auftritte im Nationalteam spielte offenbar eine Rolle. Bei seinem Debüt im vergangenen November gegen die Slowakei überzeugte Ouédraogo nicht nur mit einem Tor, sondern auch mit einem insgesamt stabilen Eindruck. Zusätzlich wird ihm nachgesagt, sich schnell in die Mannschaft integriert zu haben und sowohl sportlich als auch menschlich sofort Anschluss gefunden zu haben.
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Wie Nagelsmann selbst vor dem Testspiel gegen die USA bei RTL erklärte, sei die Nachnominierung zwar nicht zwingend notwendig gewesen, habe sich aber aus mehreren Faktoren ergeben. „Nach der Verletzung von Lenny ist es auch der Job als Trainer zu überlegen: Was machst du dann? [...] Und dann haben wir uns eben für Assan entschieden.“ Besonders hervorgehoben wurden dabei seine Stabilität, sein guter Eindruck im Team sowie die aktuelle Spielpraxis im Vergleich zu anderen Kandidaten.
Wieso die naheliegendste Option, Said El Malla vom 1. FC Köln, nicht nominiert wurde, erklärte Nagelsmann wie folgt:
„Wir können die Position außen auch anders auffangen, wir haben mit Lenny auch keinen klassischen Außenstürmer verloren. El Mala hat zweieinhalb Wochen nicht trainiert, sein letztes Spiel war am 16.05. und Assan hat vor sechs Tagen noch ein Spiel mit Leipzig gehabt und ist im Saft, im Rhythmus. Assan ist fit und der wird uns auch weiterbringen.“
Offen bleibt zunächst, welche Rolle Ouédraogo im WM-Kader tatsächlich einnehmen wird. Klar ist jedoch, dass er sich in kurzer Zeit für Einsatzzeiten empfehlen muss. Währenddessen könnte sich die offensive Struktur im DFB-Team verändern – unter anderem mit Leroy Sané als möglichem Startelfkandidaten. (LF)
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