Blamage in Runde eins droht

„Nur noch Platz für den Papst“: Im DFB-Pokal trifft Schalke auf diesen Hexenkessel

Schalke 04 steht am Sonntag vor der 1. Runde des DFB-Pokals. Der Rivale verspricht einen heftigen Pokalfight vor Traum-Kulisse. Droht S04 ein schnelles Aus?

Leipzig / Gelsenkirchen – Kurze Pause vom Alltag in der 2. Bundesliga, der DFB-Pokal ruft. Schalke 04 trifft am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr auf Lok Leipzig. Der Regionalligist, nur knapp am Aufstieg in Liga 3 gescheitert, schickt jetzt eine Warnung nach Gelsenkirchen: Die Gäste erwartet ein absoluter Hexenkessel, in dem nur noch für den Papst ein Platz frei wäre.

Schalke 04 muss in der 1. Runde des DFB-Pokals bei Lok Leipzig bestehen.

Durch den Gewinn des Landespokals hat sich Leipzig für den DFB-Pokal qualifiziert, der Underdog rechnet sich durchaus Chancen gegen S04 aus. Die Marschroute: Der Funke muss von der Tribüne auf den Rasen überspringen. „Dafür müssen wir leiden. Und viel laufen“, so Mittelfeldspieler Alexander Sieback.

Leipziger Hexenkessel soll Schalke im DFB-Pokal das Leben schwer machen

11.900 Zuschauer passen hinein ins Bruno-Plache-Stadion, die Arena soll zum absoluten Hexenkessel werden. „Bestenfalls für den Papst könnten wir noch einen Platz auftreiben“, wird Medienchef Carsten Muschalle zitiert. 450 VIPs haben ihr Kommen angekündigt, für sie wird zusätzlich ein großes Zelt aufgebaut.

Toni Wachsmuth, der Leipziger Geschäftsführer Sport, kündigte an: „Jeder freut sich berechtigt auf dieses erste Highlightspiel, in dem wir uns von unserer besten Seite zeigen wollen. Es gibt nur zu gewinnen, nichts zu verlieren.“ Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, wird die Heim-Mannschaft bereits im Stadion sein, bevor dort die Tore geöffnet werden.

Der heiße Stuhl im Profi-Fußball: Die Trainerhistorie des FC Schalke 04 seit 2000

Ende der 1990er Jahre prägt Huub Stevens eine erfolgreiche Ära in Gelsenkirchen. Unter seiner Regie gewinnt der FC Schalke 04 den UEFA-Cup 1997 sowie die DFB-Pokale 2001 und 2002. Dennoch ist seine erste Amtszeit nicht nur von Erfolgen, sondern auch von tiefer Tragik gekennzeichnet – allen voran durch die legendäre „Vier-Minuten-Meisterschaft“ im Jahr 2001.
Frank Neubarth (Juli 2002 bis März 2003): Auf Huub Stevens folgt Frank Neubarth. Dass Rudi Assauer, der starke Mann im Klub, auf den im Profibereich unerfahrenen Neubarth setzt, erweist sich jedoch als Fehler. Noch während der Saison 2001/2002 wird die Reißleine gezogen – Neubarth muss vorzeitig gehen.
Marc Wilmots (März 2003 bis Juni 2003): Ein Eurofighter übernimmt: „Kampfschwein“ Marc Wilmots führt die Saison als Interimslösung zu Ende. Es ist nicht das letzte Mal, dass auf Schalke altgediente Spieler in die Bresche springen – ein Muster, das den Klub noch lange begleiten wird.
Jupp Heynckes (Juni 2003 bis September 2004): Die Nachfolge ist eine prominente - Jupp Heynckes kommt. Der Einstieg verläuft vielversprechend, der erste Eindruck stimmt. Doch die Saison 2003/04 bleibt hinter den Erwartungen zurück; trotz namhafter Neuzugänge bleibt der erhoffte Aufschwung aus und die Geduld im Klub schwindet. Rudi Assauer bringt es später auf den Punkt: „Der Jupp ist ein Fußballer der alten Schule – aber wir haben 2004.“ Die Geschichte sollte sich später auf die Seite von Heynckes schlagen.
Der heiße Stuhl im Profi-Fußball: Die Trainerhistorie des FC Schalke 04 seit 2000

Auch die Schalker werden wohl um die Staugefahr rund um das Stadion wissen. Ein verspätetes Eintreffen könnte die Vorbereitungen erheblich beeinträchtigen. Der Zweitligist weiß natürlich, wie schwer eine 1. Runde im DFB-Pokal sein kann. Viermal in Folge schied der Klub zuletzt in Runde 2 aus, in der Saison 2014/15 unterlief Schalke letztmals eine Blamage direkt zum Auftakt.

Und zwar wo? Ausgerechnet auf sächsischem Boden, nämlich bei Dynamo Dresden. Leipzig-Coach Jochen Seitz dürfte darauf hoffen, dass sich Geschichte wiederholt und schickte eine Kampfansage an die Gäste: „Wir wollen ein Fußballfest sehen, nach dem alle Fans zufrieden nach Hause gehen. Vielleicht sind die Schalker aber dann nicht ganz so zufrieden.“ Mit Werder Bremen verabschiedete sich bereits am Freitag ein Bundesligist aus dem Wettbewerb. (is)

Rubriklistenbild: © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Jan Kaefer

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