Wechsel zu PSV Eindhoven

Pléa war Gladbachs teuerster Einkauf: Sein Abschied wirft nun eine heikle Frage auf

Alassane Pléa hat sich vergangene Woche der PSV Eindhoven angeschlossen. Ist der 32-Jährige der verdiente Rekordtransfer von Borussia Mönchengladbach?

Rottach-Egern – So manches ist im Sommertrainingslager 2025 von Borussia Mönchengladbach anders.

Für Gladbach ist am Tegernsee so einiges anders

Zum einen haben die Fohlen im Vergleich zum Vorjahr eine Woche früher ihr Quartier am Trainingslager bezogen und müssen den Schwerpunkt deshalb umlegen. Am Sonntag ging es erstmals um fußballerische Abläufe, Gerardo Seoane forciert eine Entwicklung im Spielaufbau und mehr Spielkontrolle.

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Gleichwohl kann Borussia nicht mit allen Stars planen. Tim Kleindienst könnte für einen kurzen Aufenthalt an den Tegernsee reisen, absolviert seine Reha aber am Niederrhein und hofft, noch vor November von seiner Knieverletzung zurückzukehren. Alassane Pléa hat sich demgegenüber endgültig verabschiedet, ihn zog es vergangene Woche zur PSV Eindhoven.

Mit einer Ablösesumme von 23 Millionen Euro avancierte Pléa 2018 zum Gladbacher Rekordtransfer, dem Vernehmen nach kassiert Borussia nun etwa vier Millionen Euro für den Offensivspieler. Auf den ersten Blick unterstreicht diese Bilanz einmal mehr, dass der VfL kein großer Verkäuferklub mehr ist. Und sie lässt Spielraum für die Frage, ob Pléa den Status „Rekordtransfer“ verdient hat.

Pléa war bis zum Schluss ein Unterschiedsspieler

Was dafür spricht: Pléa hat in jeder Saison seine Scorerpunkte geliefert. In 236 Pflichtspielen kamen 121 direkte Torbeteiligungen zustande, das macht einen Schnitt von 0,5 Torbeteiligungen pro Spiel. Laut Datendienstleister Opta ist der Franzose einer von 13 Spielern, die in den letzten zehn Saisons mindestens zehn Scorerpunkte gesammelt haben. In dieser Hinsicht ist er Mr. Zuverlässig.

Genauso ist zu betonen, dass Pléa bis zum Schluss ein Qualitäts- und Unterschiedsspieler für Borussia war. Mit Kevin Stöger erhielt der 32-Jährige vor einem Jahr einen neuen Konkurrenten, der beinahe chancenlos war – denn Pléa stellte mit elf Bundesliga-Treffern fast seinen persönlichen Rekord aus 2018/19 (12 Tore) ein.

In den Jahren davor war es unerheblich, ob Pléa nun hinter der Spitze oder auf der linken Außenbahn spielte, seinen Spielwitz und seine Qualitäten zwischen den Linien kamen immer zur Geltung.

Ein ungewohntes Bild: Ex-Gladbach-Star Alassane Pléa stürmt für die PSV Eindhoven.

Im Klub genießt Pléa zudem große Wertschätzung für sein frühzeitiges Bekenntnis zu Borussia. Während 2022 und 2023 Matthias Ginter, Ramy Bensebaini, Marcus Thuram, Jonas Hofmann sowie Ex-Kapitän Lars Stindl gingen, unterzeichnete der Kreativgeist 2022 einen Vertrag bis 2025 samt Option auf ein weiteres Jahr. Als sich Gladbach neu erfinden musste, blieb der teuerste Neuzugang an Bord. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Pléa und die stete Frage nach der Konstanz

Auf der anderen Seite dürfte Borussia Pléa seinerzeit für viel Geld verpflichtet haben, um noch mehr durch einen Verkauf einzunehmen. Zwar kam Ex-Sportdirektor Max Eberl 2019 von seinem ursprünglichen Weg ab, dennoch war es wohl nicht eingeplant, sieben Jahre mit Pléa zu bestreiten.

Der ganz große Millionen-Deal blieb aus, was wohl verschmerzbar gewesen wäre, hätte der Bundesligist mit anderen Verkaufskandidaten das große Geld eingenommen. Aus Denis Zakaria wurde aber ebenso wenig ein 50-Millionen-Transfer wie aus Thuram ein 35-Millionen-Transfer. Selbiges gilt für Pléa.

Hinzu kommt, dass der Routinier zwar ein zuverlässiger Scorer war, sich in den vergangenen Jahren aber häufiger die Frage nach der Konstanz gestellt hat. In der Saison 2021/22 blühte Pléa erst in der Rückrunde auf, in 2023/24 lieferte er elf seiner zwölf Torbeteiligungen in der Hinrunde. Mit Blick auf die Zukunft war die Frage berechtigt, wie lange Pléa sein Niveau halten kann.

Die Trennung war für Gladbach und Pléa richtig

Schlussendlich war die Trennung aus Borussias Sicht die richtige Entscheidung. Dem Vernehmen nach hatten beide Seiten unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Zukunft, denn der Klub muss auf seine Gehaltskosten achten und hätte bei einer Verlängerung mutmaßlich mehrere Jahre ein Top-Gehalt für einen Spieler gezahlt, dessen Leistungsvermögen über die kommende Saison hinaus genauer beäugt wird.

Borussia spart nun viel Geld und hat die Chance, sich auf der Zehner-Position mittel- bis langfristig neu aufzustellen. Nach Haris Tabaković soll ein zweiter Angreifer kommen, der um Kleindienst herumspielen wird. Zaubert Roland Virkus einen typischen Borussia-Transfer aus dem Hut?

Pléa wiederum hat mit 32 Jahren die Chance, noch einmal die Champions-League-Bühne zu betreten – und Titel zu gewinnen. Unter Peter Bosz wurde der niederländische Spitzenklub zweimal in Folge Meister, ein Pokal fehlt noch in der Vitrine des langjährigen Borussen. Veredelt er in der Eredivisie seine Karriere?

Rubriklistenbild: © IMAGO / Pro Shots

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