Vor exakt 50 Jahren

Riesenskandal nach dem ersten Europapokalspiel zwischen Real und Bayern

Die Fußballfans fiebern bereits den CL-Viertelfinal-Duellen zwischen Real Madrid und dem FC Bayern entgegen. Das erste Spiel der Giganten endete mit einem unglaublichen Skandal.

Mit insgesamt 16 Triumphen im Europapokal der Landesmeister und in der Champions League ist Real Madrid der Dominator der Königsklassen-Historie. Beim ersten Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern im Landesmeistercup-Halbfinale der Saison 1975/76 waren die Vorzeichen jedoch ganz andere: Der heutige deutsche Rekordmeister hatte in den zwei Spielzeiten zuvor den Henkelpott an die Säbener Straße geholt und ging somit als Titelverteidiger in die Duelle.

Die Skandalszene vor 50 Jahren: Sepp Maier bringt den Real-„Fan“ zu Boden, der zuvor Müller und den SR niedergeschlagen hat.

Am 31. März 1976 fand das Hinspiel vor 110000 fanatischen Zuschauern im Estadio Santiago Bernabéu statt. Die Königlichen hatten sich im Viertelfinale auf skandalöse Weise dank kräftiger Mithilfe des niederländischen Schiedsrichterteams um Leonardus van der Kroft gegen Borussia Mönchengladbach durchgesetzt. Die Bayern waren im Rückspiel über Benfica Lissabon (5:1) hinweggefegt und damit leicht favorisiert. Sie hatten damals den Ruf, den heute Real genießt: Auch wenn es in der Meisterschaft gar nicht läuft, im Europapokal sind sie immer gefährlich.

(K)ein einmaliger Skandal im Bernabéu

Dennoch ging Madrid bereits in der 8. Spielminute mit 1:0 durch Roberto Martinez in Führung, Gerd Müllers Ausgleichstor zum 1:1 kurz vor der Halbzeit war bereits der Endstand. Der spätere Bundestrainer Jupp Derwall, der in Madrid Helmut Schön vertrat, fasste das Geschehen auf dem Rasen nach der Partie passend zusammen: „Real trumpfte in den ersten 20 Minuten auf, aber danach beherrschte der FC Bayern die Szenerie. Ich bin enttäuscht von der Kondition der Spanier.“

Das waren nach dem Spiel auch die Real-Anhänger, einer ganz offensichtlich besonders: Dieser stürmte nach dem Schlusspfiff auf das Spielfeld und streckte zuerst Gerd Müller, dann den SR Erich Linemayr mit gezielten Faustschlägen nieder. Das anschließende Szenario wurde im Buch „Europapokal 1976“ wie folgt beschrieben: „Sepp Maier sprintete hinter dem Übeltäter her, schnappte sich ihn und schritt zusammen mit Uli Hoeneß zur Selbstjustiz. Nun wurden auch die spanischen Ordnungskräfte munter, und in der folgenden Keilerei bekamen Maier und Hoeneß ebenfalls etwas ab.“

Vom aufstrebenden Talent zur wichtigen Bayern-Stütze – der Weg des Aleksandar Pavlović

Aleksandar Pavlović wird am 3. Mai 2004 in München geboren. Mit deutschen und serbischen Wurzeln wächst er als waschechter Münchner auf. Seine Geburts- und Heimatstadt wird später der Schauplatz seiner großen Karriere sein.
Schon früh zeigt der kleine Aleksandar eine außergewöhnliche Begabung für den Fußball. Beim SC Fürstenfeldbruck, einem Verein in der Nähe von München, tritt er das erste Mal gegen das runde Leder. Der Grundstein für eine steile Karriere.
Im Alter von nur sieben Jahren wechselt Pavlović vom SC Fürstenfeldbruck in das renommierte Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern München. Ein großer Schritt für das Talent – und der Beginn einer engen Verbindung mit dem deutschen Rekordmeister.
Über zwölf Jahre durchläuft Pavlović sämtliche Jugendmannschaften des FC Bayern München. Er entwickelt sich Schritt für Schritt weiter und gilt intern schnell als eines der größten Talente des Vereins. Sein Stil als defensiver Mittelfeldspieler wird hier langsam deutlich.
Vom aufstrebenden Talent zur wichtigen Bayern-Stütze – der Weg des Aleksandar Pavlović

Der Vorfall, der damals als „einmaliger Skandal in der Europapokal-Geschichte“ bezeichnete wurde, machte riesige Schlagzeilen. Der FC Bayern wollte jedoch nicht das freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Vereinen gefährden und spielte das Geschehen bewusst herunter.

In der Europapokal-Historie der beiden Giganten blieb dieser Skandal jedoch keine Ausnahme: Nach dem Rückspiel im zweiten Aufeinandertreffen der Klubs, im Landesmeistercup-Halbfinale 1986/87, schilderte FCB-Legende Klaus Augenthaler, dass die Bayernspieler in Madrid mit Flaschen und sogar Eisenstangen beworfen worden waren.

2017 wurden beim Viertelfinal-Rückspiel im Bernabéu die FCB-Fans auf der Tribüne zu Opfern spanischer Gewalt: Aus eher nichtigem Anlass prügelte die auch in vielen Teilen Spaniens verhasste Guardia Civil, die spanische Militärpolizei, auf große Teile der Münchner Auswärtsfans mit Schlagstöcken ein. FCB-Anhänger, darunter auch Frauen, wurden von Polizeihunden gebissen.

Man kann nur hoffen, dass diese „jahrzehntelange Tradition“ in einer Woche in Madrid keine Fortsetzung erfährt. Und sollte tatsächlich erneut solch ein Skandal vorkommen, wäre es wünschenswert, wenn die UEFA auch einmal ihren Lieblingsverein sanktionieren würde. Bei den geschilderten Geschehnissen passierte dies nämlich nie.

Rubriklistenbild: © imago sportfotodienst via www.imago-images.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare