Vielfalt im deutschen Fußball
Deutschlands Fußball-Kader 2026: Wer hat Wurzeln außerhalb Deutschlands?
VonNadja Spielvogelschließen
Welche deutschen WM-Spieler haben einen Migrationshintergrund, und welche Länder sind vertreten?
WM 2026: So viele DFB-Spieler haben einen Migrationshintergrund
54 Prozent der deutschen Nationalspieler bei der WM 2026 haben einen Migrationshintergrund. Das ermittelte der Mediendienst Integration im Juni 2026 auf Basis des offiziellen DFB-Aufgebots. Damit liegt der Anteil deutlich über dem in der Gesamtbevölkerung, wo 2025 rund 31 Prozent der Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund hatten. Das ist kein neues Phänomen: Schon bei der WM 2010 hatte knapp die Hälfte des deutschen Kaders internationale Wurzeln.
Vielfalt auf dem Rasen, Monotonie in der Chefetage
Der hohe Anteil von Spielern mit Migrationshintergrund auf dem Platz steht einem völlig anderen Bild in den Führungsetagen gegenüber. Während die Diversität an der Basis tief verankert ist – mindestens 20 Prozent der DFB-Mitglieder in den bundesweit rund 24.000 bis 25.000 Vereinen haben internationale Wurzeln –, nimmt sie in den Machtstrukturen drastisch ab.
Laut einer DeZIM-Studie von 2021 waren nur 4 Prozent der rund 400 Top-Führungskräfte in der 1. und 2. Bundesliga Schwarze Menschen oder People of Colour. Diese geringe Repräsentanz im Management steht in starkem Kontrast zur demografischen Realität in Deutschland, wo der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund um das Jahr 2020 bereits bei rund 27 Prozent lag. Während der Fußball auf dem Rasen als Integrationsmotor fungiert, bleibt die sportliche und wirtschaftliche Chefetage somit ein exklusiver Kreis, der die Vielfalt der Gesellschaft bisher kaum abbildet.
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Mehrere Pässe, ein Trikot: Wer für welches Land hätte spielen können
Für einige Spieler war die Entscheidung für das DFB-Team keine Selbstverständlichkeit. Aleksandar Pavlović hätte auch für Serbien spielen können, Felix Nmecha und Jamal Musiala für England. Antonio Rüdiger ist ein besonderer Fall: Er besitzt neben dem deutschen auch einen sierra-leonischen Diplomatenpass und ist offizieller Fußball-Botschafter des westafrikanischen Landes. Das Rennen um Talente mit mehreren Optionen ist für den DFB ein dauerhaftes Thema. Zuletzt verlor man Spieler wie Kenan Yıldız oder Can Uzun an die Türkei, obwohl beide auch für Deutschland spielberechtigt gewesen wären. Dass so viele Spieler sich letztlich für Deutschland entschieden haben, liegt weniger an großen Gesten als an konkreter Nachwuchsarbeit und früher Einbindung in DFB-Jugendmannschaften.
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