Vielfalt im deutschen Fußball

Deutschlands Fußball-Kader 2026: Wer hat Wurzeln außerhalb Deutschlands?

Deniz Undav (Angriff, VfB Stuttgart): Undav spielte in Stuttgart eine überragende Saison mit 25 Toren und 14 Vorlagen! Im DFB-Trikot kam er zuletzt oft nur von der Bank, traf aber trotzdem in entscheidenden Momenten, wie zuletzt im Testspiel gegen Ghana. Bei der WM könnte er als Joker oder Starter eine Schlüsselrolle einnehmen.
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Deniz Undav wurde 1996 in Emmerich am Rhein geboren. Seine Familie hat türkische Wurzeln. Nach Stationen in der Bundesliga und einer erfolgreichen Zeit in Belgien wechselte er über Brighton & Hove Albion fest zum VfB Stuttgart, wo er sich als einer der torgefährlichsten Stürmer der Liga etablierte. 2024 wurde er erstmals in den deutschen Nationalkader berufen.
Fussball Freundschaftsspiel Deutschland - Finnland  4-0
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Nadiem Amiri wurde 1996 in Heidelberg geboren. Seine Eltern flohen in den 1980er-Jahren aus Afghanistan nach Deutschland. Er spielte unter anderem für Bayer Leverkusen und den 1. FSV Mainz 05, wo er sich als technisch versierter Mittelfeldspieler einen Namen machte.
Assan Ouédraogo feierte sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft beim letzten WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0). Bei nur 13 Minuten Einsatzzeit trug sich der RB-Star direkt in die Torschützenliste ein.
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Assan Ouédraogo wurde 2006 in Mülheim an der Ruhr geboren. Seine Eltern stammen aus Burkina Faso. Er startete seine Karriere im Nachwuchs des FC Schalke 04 und wechselte 2025 zu RB Leipzig. Mit 19 Jahren ist er bei der WM 2026 einer der jüngsten Spieler im deutschen Aufgebot.
Waldemar Anton (Verteidigung, Borussia Dortmund): Anton hat sich beim BVB als klarer Stammspieler etabliert und überzeugt durch Zweikampfstärke und Spielaufbau. Mit 12 Länderspielen gehört er noch zu den jüngeren Kräften in der DFB-Abwehr.
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Waldemar Anton wurde 1996 im usbekischen Olmaliq geboren und ist damit der einzige Spieler im deutschen WM-Kader 2026, der nicht in Deutschland zur Welt kam. Seine Eltern sind Russlanddeutsche und kamen 1998 als Spätaussiedler mit ihm nach Hannover. Bei seiner Geburt trug er noch den Namen Wladimir, der nach der Umsiedlung offiziell in Waldemar geändert wurde. Vor seinem ersten A-Länderspiel wäre er grundsätzlich für drei Nationalmannschaften spielberechtigt gewesen: Deutschland, Russland und Usbekistan.
Nathaniel Brown ist auf der linken Seite gut unterwegs
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Nathaniel Brown wurde 2003 in Amberg in der Oberpfalz geboren. Sein Vater war US-amerikanischer Soldat und auf dem nahe gelegenen Truppenübungsplatz Grafenwöhr stationiert, seine Mutter ist Deutsche. Brown wuchs bei seiner Mutter auf und besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft. Er entschied sich früh für das deutsche Nationalteam und entwickelte sich bei Eintracht Frankfurt zu einem der auffälligsten Außenverteidiger der Bundesliga.
Über zwölf Jahre durchläuft Pavlović sämtliche Jugendmannschaften des FC Bayern München. Er entwickelt sich Schritt für Schritt weiter und gilt intern schnell als eines der größten Talente des Vereins. Sein Stil als defensiver Mittelfeldspieler wird hier langsam deutlich.
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Aleksandar Pavlović wurde 2004 in München geboren. Seine Eltern stammen aus Serbien und kamen in den 1990er-Jahren nach Deutschland. Er durchlief die gesamte Jugendakademie des FC Bayern München und gehört seit der Saison 2024/25 fest zum Profikader. Obwohl er auch für Serbien hätte spielen können, entschied er sich für die deutsche Nationalmannschaft und gab 2024 sein A-Debüt.
Felix Nmecha (Mittelfeld, Borussia Dortmund): Nmecha kehrte nach seiner ausgeheilten Knieverletzung rechtzeitig zurück und wurde von Nagelsmann persönlich über seine Nominierung informiert. Der BVB-Mittelfeldmann bringt Dynamik, Körperstärke und einen guten Abschluss mit, gilt außerdem als klassischer „Box-to-Box-Spieler“.
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Felix Nmecha wurde 2000 in Hamburg geboren. Seine Eltern sind nigerianischer Herkunft, er wuchs zeitweise in England auf und durchlief die Jugendakademie von Manchester City. Über den VfL Wolfsburg wechselte er zu Borussia Dortmund. Er besitzt neben der deutschen auch die britische Staatsbürgerschaft und entschied sich für das DFB-Team.
Malick Thiaw
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Malick Thiaw wurde 2001 in Düsseldorf geboren. Sein Vater stammt aus dem Senegal. Er begann seine Karriere in der Jugend des FC Schalke 04, wechselte 2022 zum AC Milan und von dort weiter zu Newcastle United, wo er sich als Innenverteidiger etablierte. Im November 2023 bestritt er sein erstes Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft.
Jonathan Tah (Verteidigung, Bayern München): Tah ist mit 45 Länderspielen einer der erfahrensten Verteidiger im Kader und gilt neben Schlotterbeck als das Herzstück der deutschen Innenverteidigung. Sein Kopfballspiel und seine Ruhe am Ball machen ihn zu einem der konstantesten Abwehrspieler der Bundesliga.
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Jonathan Tah wurde 1996 in Hamburg geboren. Sein Vater stammt aus Ghana, seine Mutter ist Deutsche. Er spielte viele Jahre für Bayer Leverkusen, mit dem er 2024 erstmals in der Vereinsgeschichte die deutsche Meisterschaft gewann. Zur Saison 2025/26 wechselte er zum FC Bayern München.
Leroy Sané spielt mittlerweile für Galatasaray Istanbul.
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Leroy Sané wurde 1996 in Essen geboren. Sein Vater Souleyman Sané war selbst Profifußballer und stammt aus dem Senegal, seine Mutter Regina Weber war deutsche Kunstturnerin. Nach Jahren beim FC Bayern München wechselte er zur Saison 2025/26 zu Galatasaray Istanbul. Mit 76 Länderspielen gehört er zu den erfahrensten Spielern im deutschen WM-Kader 2026.
  • Nadja Spielvogel
    VonNadja Spielvogel
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Welche deutschen WM-Spieler haben einen Migrationshintergrund, und welche Länder sind vertreten?

WM 2026: So viele DFB-Spieler haben einen Migrationshintergrund

54 Prozent der deutschen Nationalspieler bei der WM 2026 haben einen Migrationshintergrund. Das ermittelte der Mediendienst Integration im Juni 2026 auf Basis des offiziellen DFB-Aufgebots. Damit liegt der Anteil deutlich über dem in der Gesamtbevölkerung, wo 2025 rund 31 Prozent der Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund hatten. Das ist kein neues Phänomen: Schon bei der WM 2010 hatte knapp die Hälfte des deutschen Kaders internationale Wurzeln.

Vielfalt auf dem Rasen, Monotonie in der Chefetage

Der hohe Anteil von Spielern mit Migrationshintergrund auf dem Platz steht einem völlig anderen Bild in den Führungsetagen gegenüber. Während die Diversität an der Basis tief verankert ist – mindestens 20 Prozent der DFB-Mitglieder in den bundesweit rund 24.000 bis 25.000 Vereinen haben internationale Wurzeln –, nimmt sie in den Machtstrukturen drastisch ab.
Laut einer DeZIM-Studie von 2021 waren nur 4 Prozent der rund 400 Top-Führungskräfte in der 1. und 2. Bundesliga Schwarze Menschen oder People of Colour. Diese geringe Repräsentanz im Management steht in starkem Kontrast zur demografischen Realität in Deutschland, wo der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund um das Jahr 2020 bereits bei rund 27 Prozent lag. Während der Fußball auf dem Rasen als Integrationsmotor fungiert, bleibt die sportliche und wirtschaftliche Chefetage somit ein exklusiver Kreis, der die Vielfalt der Gesellschaft bisher kaum abbildet.

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Spielfeld der Macht. Die WM in Trumps Amerika
WM-Wahnsinn und Titel-Träume: Deutschland bei der Mega-WM
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Mehrere Pässe, ein Trikot: Wer für welches Land hätte spielen können

Für einige Spieler war die Entscheidung für das DFB-Team keine Selbstverständlichkeit. Aleksandar Pavlović hätte auch für Serbien spielen können, Felix Nmecha und Jamal Musiala für England. Antonio Rüdiger ist ein besonderer Fall: Er besitzt neben dem deutschen auch einen sierra-leonischen Diplomatenpass und ist offizieller Fußball-Botschafter des westafrikanischen Landes. Das Rennen um Talente mit mehreren Optionen ist für den DFB ein dauerhaftes Thema. Zuletzt verlor man Spieler wie Kenan Yıldız oder Can Uzun an die Türkei, obwohl beide auch für Deutschland spielberechtigt gewesen wären. Dass so viele Spieler sich letztlich für Deutschland entschieden haben, liegt weniger an großen Gesten als an konkreter Nachwuchsarbeit und früher Einbindung in DFB-Jugendmannschaften.

Rubriklistenbild: © Imago/Arnulf Hettrich

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