Nachfolger steht bereits fest

Trainer-Beben in Spanien: Xabi Alonso verlässt Real Madrid

Der ehemalige Leverkusen-Coach Xabi Alonso und Real Madrid trennen sich. Der Klub gab dies am Montagabend bekannt.

Madrid – Die Tage von Xabi Alonso bei den Königlichen aus Madrid sind gezählt. Am Montag wurde der spanische Ex-Trainer von Bayer Leverkusen mit sofortiger Wirkung entlassen. Real Madrid bestätigte die Entscheidung in einem Statement und sprach von einer einvernehmlichen Trennung. Erst im vergangenen Sommer trat Alonso die Nachfolge von Carlo Ancelotti an, der aktuell die brasilianische Nationalmannschaft betreut.

Real Madrid hat Ex-Leverkusen-Trainer Xabi Alonso entlassen.

„Xabi Alonso wird immer die Zuneigung und Bewunderung aller Madridista genießen, denn er ist eine Legende von Real Madrid und hat stets die Werte unseres Vereins vertreten. Real Madrid wird immer sein Zuhause sein. Unser Verein dankt Xabi Alonso und seinem gesamten Trainerteam für ihre Arbeit und ihr Engagement in dieser Zeit und wünscht ihnen viel Glück für diesen neuen Lebensabschnitt“, hieß es in einer knappen Mitteilung der Königlichen.

Trainer-Beben in Spanien: Real Madrid feuert Xabi Alonso nach nur wenigen Monaten im Amt

Als Interimstrainer übernimmt Álvaro Arbeloa die Mannschaft von Real Madrid. Der frühere Abwehrspieler gewann mit Real Madrid als Profi bereits zweimal die Champions League und einmal die spanische Meisterschaft. Mit der spanischen Nationalmannschaft holte er darüber hinaus zwei EM-Titel sowie einmal den WM-Titel. Zuletzt war Arbeloa als Trainer der zweiten Mannschaft von Real Madrid tätig.

Alonso bedankte sich laut Klubangaben für die Unterstützung und muss nun nach nur rund einem halben Jahr im Amt seine Koffer packen. Die Niederlage im Supercup gegen Barça (2:3) am vergangenen Sonntag soll die Entscheidung offenbar beschleunigt haben. Medienberichten zufolge war die sportliche Entwicklung zuletzt unbefriedigend, trotz eines Punkteschnitts von 2,3 in der Liga und Rang zwei hinter dem FC Barcelona.

Fliegender Schweinekopf inklusive: Diese Fußballstars wechselten zum Erzrivalen

Reinhard „Stan“ Libuda: FC Schalke 04 ↔ Borussia Dortmund (1965/1968)

Libuda wechselte 1965 „schweren Herzens“ zum BVB, weil Schalke als Tabellenletzter abgestiegen war - was später durch Ligaaufstockung aufgehoben wurde. Der Wechsel war die „Mutter aller brisanten Transfers“ im Ruhrgebiet, erstmals fielen Begriffe wie „Judas“ und „Verräter“, sein Haus wurde beschmiert.
Lothar Matthäus: Borussia Mönchengladbach → Bayern München (1984)

Matthäus‘ Wechsel für 2,4 Millionen Mark sorgte für großen Wirbel, da er als Gladbacher Eigengewächs und Publikumsliebling zum verhassten Rivalen ging. Besonders bitter: Im DFB-Pokalfinale 1984 verschoss er für Gladbach ausgerechnet gegen seinen künftigen Verein Bayern den entscheidenden Elfmeter - sein Wechsel stand bereits fest.
Andreas Möller: Borussia Dortmund → FC Schalke 04 (2000)

Der deutsche Nationalspieler wechselte 2000 nach seiner Rückkehr aus Italien direkt von Borussia Dortmund zum Erzrivalen Schalke 04 und sorgte für einen der größten Skandale im Ruhrgebiet. Besonders schmerzhaft für BVB-Fans: Möller war 1997 Champions League-Sieger mit Dortmund geworden und galt als Vereinsikone, bevor er zu den „Knappen“ ging und dort sogar Kapitän wurde.
Jens Jeremies: TSV 1860 München → FC Bayern München (1998)

Der defensive Mittelfeldspieler wechselte 1998 vom Stadtrivalen 1860 zu Bayern München und sorgte damit für große Empörung bei den „Löwen“-Fans. Besonders schmerzhaft: Jeremies war bei 1860 Stammspieler und Publikumsliebling gewesen, bevor er für 4,5 Millionen Mark
Fliegender Schweinekopf inklusive: Diese Fußballstars wechselten zum Erzrivalen

Tatsächlich wurde bereits seit Wochen über eine mögliche Entlassung bei Real spekuliert – zuletzt Ende des vergangenen Jahres, als der spanische Hauptstadtklub eine Serie von Ligapartien ohne Sieg hinlegte. Zusätzlich wurde immer wieder über Konflikte und Differenzen zwischen Alonso und einigen seiner Stars berichtet. Vor allem zwischen Superstar Vinicius Junior und Alonso soll es immer wieder geknirscht haben.

Alonso war vor seiner Station bei den Königlichen mit Bayer Leverkusen sensationell Meister und Pokal-Gewinner geworden und gilt nach wie vor als einer der begehrtesten Trainer Europas. Der 44-Jährige gewann vor allem als Spieler zahlreiche große Titel: Mit Spanien wurde er 2010 Weltmeister sowie 2008 und 2012 Europameister. Auf Vereinsebene holte er unter anderem zwei Champions-League-Titel (mit dem FC Liverpool 2005 und Real Madrid 2014), nationale Meisterschaften in Spanien mit Real Madrid und in Deutschland mit dem FC Bayern sowie mehrere Pokalsiege in England, Spanien und Deutschland. (kus)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Maciej Rogowski

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