„Eher mein Fehler“

Trotz 5:1-Kantersieg: Bayern-Coach zeigt sich sehr selbstkritisch

FCB-Chefcoach Vincent Kompany erinnerte trotz des Kantersiegs bei RB Leipzig an die schwache erste Halbzeit und übernahm dafür die Hauptverantwortung.

Leipzig – Der FC Bayern zeigte beim Topspiel in Leipzig im zweiten Durchgang eine überragende Leistung, doch zur Halbzeit lag die Mannschaft von Kompany beim Tabellen-Dritten der Bundesliga noch mit 0:1 zurück. Deshalb übte der Belgier nach der Partie am Mikrofon von Sky auch deutliche Selbstkritik: „Die haben uns richtig Probleme verursacht in der ersten Halbzeit. Die waren klar besser“.

Mit der ersten Halbzeit in Leipzig war FCB-Coach Kompany nicht zufrieden.

Seine Mannschaft sei in den Zweikämpfen zu passiv gewesen, über die Flügel habe Leipzig gefährliche Akzente gesetzt. „Und auch im Mittelfeld viele Bälle gewonnen“, so der 39-Jährige weiter. In der Kabine forderte der Bayern-Coach dann eine passende Reaktion – und bekam sie.

Mut statt Vorsicht: Das Erfolgsgeheimnis nach der Pause

„Die zweite Halbzeit, mein Gott, also was die Jungs gebracht haben“, schwärmte Kompany danach und hob nicht zuletzt die Laufbereitschaft hervor: „Ich glaube, die sind sechs Kilometer mehr gelaufen als die Gegner in der zweiten Halbzeit.“ Taktische Feinheiten rückten dabei in den Hintergrund: „Das war pur, pur alte Schule. Mentalität. Laufen, kämpfen, grätschen, nach vorne gehen.“

Die entscheidende Botschaft, die er in der Halbzeitpause seinem Team einimpfte: Mut statt Vorsicht. „Ich möchte keine Angst haben. Wir sind ohne Angst weitergegangen.“ Dass der souveräne Tabellenführer das Spiel mit fünf Treffern drehte, wertete Kompany als Zeichen der Mentalität – ohne dabei die erste Halbzeit zu beschönigen.

Vom Unbekannten zum Robben-Erben – Die Geschichte von Bayern-Star Olise

Michael Olise im Bayern-Trikot.
Michael Olise beim FC Reading.
Michael Olise im Trikot des FC Reading.
Michael Olise beim Jubeln mit seinen Teamkollegen.
Vom Unbekannten zum Robben-Erben – Die Geschichte von Bayern-Star Olise

Ein besonderes Augenmerk legte Kompany auf die Rolle seiner Youngster. Das Leipziger Tor durch Rômulo Cardoso (20.) schob er nicht auf die betroffenen Tom Bischof und Lennart Karl, sondern vielmehr auf seine eigene Formationsumstellung: „Ich würde sogar sagen, eher mein Fehler als der der beiden Jungs.“ Der 17-jährige Karl hatte vor dem 0:1 seine Position verlassen und damit die Lücke geöffnet – für seinen Trainer ein klassischer Erfahrungsfehler: „Normalerweise, mit ein wenig mehr Erfahrung, weiß Lenny, dass er da nicht herauskommen muss.“

Der ehemalige Weltklasse-Innenverteidiger von Manchester City stellt sich damit, wie von ihm gewohnt, auch in kritischen Phasen vor sein Team, nimmt gemachte Fehler dabei wie selbstverständlich auf seine Kappe. Auch das verschafft ihm viel Sympathien und Respekt bei seiner Mannschaft, die – so gewinnt man immer mehr das Gefühl – andrerseits für ihn durch dick und dünn gehen würde. Ein Verhältnis zwischen Coach und Spielern wie bei den Triple-Triumphen unter Jupp Heynckes (2013) und Hansi Flick (2020).

Rubriklistenbild: © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare