Virkus bestätigt Interesse
Verlängert Seoane in Gladbach? Fohlen-Trainer überzeugt mit drei Argumenten
Borussia Mönchengladbach erwägt eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit eErardo Seoane. Drei Faktoren kommen dem Trainer zugute.
Mönchengladbach – Konstanz auf der Trainerposition ist eines der großen Ziele, die Roland Virkus als Sport-Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach verfolgt. Im April 2025 sehen sich die Fohlen diesbezüglich auf einem guten Weg.
Gladbach plant Vertragsgespräche mit Seoane
Nachdem sich mit Marco Rose (2019 bis 2021), Adi Hütter (2021/22) und Daniel Farke (2022/23) binnen drei Jahren drei Trainer vom Niederrhein verabschiedet hatten, deuten die Anzeichen darauf hin, dass Gerardo Seoane seinen bis 2026 gültigen Vertrag mindestens erfüllen wird.
Mit drei Amtsjahren hätte der Schweizer einen seltenen Meilenstein in diesem Jahrtausend erreicht. Geht es nach Borussia, soll dann aber offenbar noch nicht Schluss sein. So berichtete Sky Sport am Donnerstag, Gladbach plane nach Saisonende Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung.
Bereits Ende Februar hatte Absolut Fußball, das Fußball-Portal von Home of Sports, die Frage aufgeworfen, ob es nicht bald an der Zeit ist, Vertragsgespräche mit Seoane aufzunehmen. Der Coach hat in dieser Hinsicht drei Argumente gesammelt, die für ihn sprechen.
Seoane hat nie über den Borussia-Weg geklagt
Einerseits hat Seoane mit seiner Unterschrift im Sommer 2023 die komplizierten Voraussetzungen bei Borussia akzeptiert.
Aufgrund der Corona-Pandemie, vereinzelter Fehlentscheidungen in der Kaderplanung und des Verpassens der internationalen Wettbewerbe erlitt Gladbach erhebliche finanzielle Einbußen. Damit ging ein schleppender Umbruch einher.
Seoane hat nie über die schwierige Lage auf dem Transfermarkt geklagt, nahm sowohl verpasste Neuverpflichtungen als auch erlittene Abgänge hin. Nach seinem Amtsantritt verließen Marcus Thuram, Ramy Bensebaini, Lars Stindl und Jonas Hofmann den VfL, vergangenen Sommer packte Manu Koné ebenfalls seine Koffer.
Auch in Zukunft wird Gladbach Leistungsträger abgeben und diese adäquat ersetzen müssen. Der Schweizer trägt den Weg öffentlich mit, ordnet sich der Strategie vollständig unter. Einem solchen Bekenntnis misst Virkus große Bedeutung bei.
Gladbach hat unter Seoane die Wende geschafft
Bis Ende Oktober 2024 gab es dennoch sportliche Gründe, die für eine Trennung hätten sprechen können. Nach der Horror-Saison 2023/24 entwickelte sich Gladbach schleppend weiter, die Mechanismen des Profi-Geschäfts sprachen durchaus für einen Trainerwechsel.
Dusche, Tankstelle, Küche: Die skurrilsten Verletzungen im Profifußball




Virkus hielt jedoch an seiner Überzeugung fest, mit Seoane erfolgreich sein zu können – und sollte recht behalten. Die Verpflichtung von David Zibung als Sportkoordinator und der Aufbau eines neuen Mannschaftsgerüsts im 4-2-3-1 haben sich spätestens ab November ausgezahlt.
Seoane und sein Trainerteam haben eine neue Achse etabliert und können besser auf Strömungen reagieren. Nach 30 Spieltagen hat Borussia zehn Punkte mehr gesammelt als in der Vorsaison und fast doppelt so viele Siege eingefahren (13 gegenüber sieben in 2023/24). Außerdem stehen gegenwärtig 21 Gegentore weniger zu Buche (46 gegenüber 67 in 2023/24).
Der Schweizer hat unter Beweis gestellt, aus Fehlschlägen Lehren zu ziehen und Entwicklungen mit Besonnenheit anzustoßen, statt in Aktionismus zu verfallen. Die daraus resultierenden Früchte hat Gladbach über weite Strecken der Saison geerntet.
Seoane hat Gladbach-Stars weiterentwickelt
Darüber hinaus überzeugt Seoane mit der Anzahl der Spieler, die unter seiner Leitung den nächsten Schritt gemacht haben.
Rocco Reitz ist vom Nachwuchstalent zum Stammspieler gereift, genauso ist Lukas Ullrich nicht mehr aus der Anfangself wegzudenken. Robin Hack hat sich in der Bundesliga etabliert, Tim Kleindienst hat sich über Borussia in der deutschen Nationalmannschaft festgespielt, bei der Moritz Nicolas vor seiner Verletzung ebenfalls im Gespräch war.
Dass Ko Itakura und Nico Elvedi in der Innenverteidigung eine sehr gute Saison spielen, spricht ebenfalls für den Trainer.
„Gerardo hat sich der Borussia-Philosophie komplett verschrieben. Wir sind mit der Entwicklung der Mannschaft sehr zufrieden“, sagte Virkus, als er gegenüber Sky Sport die vereinbarten Zukunftsgespräche bestätigte. Der 58-Jährige wird alles daran setzen, den Verhandlungstisch mit einer Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier zu verlassen.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Mika Volkmann
