Hochrechnung der Tabelle

Was ist drin? Gladbach steht vor heißem Europa-Showdown

Borussia Mönchengladbach steht vor dem aufregendsten Saisonabschluss seit Jahren. Es könnte am Ende sogar auf die Tordifferenz ankommen.

Mönchengladbach – Das Meisterrennen in der Bundesliga kann sich natürlich noch einmal zuspitzen, doch der Kampf um Europa ist der größte Showdown im Saisonfinale.

Gladbach erlebt regelrechte Achterbahnfahrt

Borussia Mönchengladbach hat als Tabellenfünfter nur einen Punkt Vorsprung auf Rang sieben, liegt vier Punkte vor Rang acht und sechs Punkte vor Platz elf. Andererseits fehlen nur zwei Zähler auf den überraschenden Tabellenvierten Mainz 05.

Die Mannschaften in der oberen Tabellenhälfte erleben eine echte Achterbahnfahrt. Nach der Niederlage gegen Bayer Leverkusen zum Rückrundenauftakt sprang Gladbach über Siege gegen Bochum und Stuttgart von Platz elf auf Rang sieben, rutschte wegen der Niederlagen gegen Augsburg und Mainz auf Platz neun ab.

Nach dem Doppelschlag gegen Werder Bremen und RB Leipzig steht nun Platz fünf zu Buche. Ein Auf und Ab, das den Fans Kopfzerbrechen bereitet!

Borussia Mönchengladbach darf nach dem Sieg gegen Leipzig von Europa träumen.

Mit dem Schlusspfiff gegen Leipzig hallte es „Europapokal“-Gesänge durch den Borussia-Park, Rocco Reitz und Robin Hack erlaubten später in der Mixed Zone erste Blicke nach oben. Das Restprogramm hat es aber durchaus in sich, zudem gibt es nach dem Ausscheiden von Bayer Leverkusen im DFB-Pokal keine Garantie, dass Platz sieben für das internationale Geschäft reicht. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Plätze fünf und sechs.

Gladbach steht vor kniffligem Restprogramm

Das Restprogramm löst bei Borussia indes gemischte Gefühle aus. Auf der einen Seite warten mit St. Pauli (6. April, 15.30 Uhr), Holstein Kiel (26. April, 15.30 Uhr) und 1899 Hoffenheim (3. Mai, 15.30 Uhr) drei Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel, gegen die sich Gladbach in der Hinrunde keine Blöße gegeben hat. Behält die Fohlen-Elf ihre Auswärtsstärke und Resilienz bei, sollten mindestens sieben Punkte zu erwarten sein.

Diese Stars schafften den Sprung aus dem Amateurbereich zu den Profis

Kaum zu glauben, aber das links im grünen Trikot des Oberligisten SV Auersmacher ist Jonas Hector. Es sollte eines seiner letzten Spiele für den SVA sein. Mit 20 Jahren ging es dann zum 1. FC Köln. Der Rest ist Kölner Legendengeschichte.
Florian Niederlechner trägt auf dem linken Bild eine Bierbank im Trainingsshirt der SpVgg Unterhaching. Auf dem rechten Bild jubelt er im Trikot von Hertha BSC.
Für Julian Gressel sollte es in Deutschland nie zum Profifußball reichen. Am nächsten kam er dem im Trikot von Eintracht Bamberg in der Regionalligasaison 2012/13. In den USA schaffte er mit 23 bei Atlanta United den Durchbruch. 2024 kickte er bei Inter Miami an der Seite von Lionel Messi.
Miroslav Klose gab erst mit 21 Jahren sein Profi-Debüt bei Kaiserslautern. Zuvor spielte er für Homburg in der Regionalliga (l.). Sein größter Erfolg war der Gewinn der WM 2014.
Diese Stars schafften den Sprung aus dem Amateurbereich zu den Profis

Anders sieht die Bewertung der Spiele gegen den SC Freiburg (12. April, 15.30 Uhr), Borussia Dortmund (20. April, 17.30 Uhr), Bayern München (10. Mai, 18.30 Uhr) und den VfL Wolfsburg (17. Mai, 15.30 Uhr) aus. Gladbach wartet seit vier Jahren auf einen Sieg gegen die Breisgauer, gewann ein Bundesliga-Auswärtsspiel gegen Dortmund letztmals 2014 – und Punkte gegen den FC Bayern sind eher eine Überraschung als wirklich planbar.

Noch am besten sind die Aussichten auf Zählbares gegen Wolfsburg. Im Januar wurde Gladbach zwar mit 1:5 abgewatscht, davor war Borussia aber neun Spiele lang ungeschlagen gegen die Wölfe.

Gladbach steht vor einem großen Europa-Showdown

Das Magazin Sport Bild hat sich an eine Prognose des Saisonfinales gewagt und dafür die Punkte aufaddiert, die Gladbach in der Hinrunde gegen die ausstehenden Gegner gesammelt hat. Sollten die Ergebnisse in der Rückrunde identisch ausfallen, würden Gerardo Seoane und die Seinen ihre Ausbeute von 43 auf 53 Punkten ausbauen.

Laut der Hochrechnung würde Gladbach die Saison punktgleich mit Wolfsburg und dem VfB Stuttgart auf dem geteilten fünften Platz beenden. In diesem Fall wäre die Tordifferenz entscheidend – und da haben die Wölfe mit +8 Toren die besten Karten, während Gladbach mit +4 Toren knapp vor Stuttgart (+3) liegt.

Doch selbst wenn es in dieser Saison nicht für Europa reichen sollte, dürften sich die Gladbacher Verantwortlichen auf die Schultern klopfen. So hat Borussia nach 27 Spieltagen mehr als doppelt so viele Siege eingefahren (13) wie zum gleichen Zeitpunkt in der Vorsaison (sechs) und obendrein 13 Gegentore weniger kassiert (40 vs. 53).

Die Mannschaft ist in ihrer Spielanlage außerdem variabler, effektiver im Ballbesitz und resilienter geworden.

Auf dieser Steigerung lässt sich unabhängig vom Endergebnis ausbauen. Dennoch gibt es kein Europa-Verbot – schließlich wäre das ein gewichtiges Argument im Poker um Stammspieler wie Ko Itakura.

Rubriklistenbild: © IMAGO/RHR-FOTO

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