Gebürtiger Münchner auf dem besten Weg

„Mit Herzblut in jedem Training“: Aleksandar Pavlović will zur Bayern-Legende werden

Der gebürtige Münchner Aleksandar Pavlović trägt das Trikot des FC Bayern mit größtem Stolz. Im Interview zeigt der 21-Jährige, warum ihm sogar Thomas Müller seine Nachfolge zutraut.

Nach dem Ausscheiden im Champions-League-Viertelfinale 2025 in Mailand, seinem letzten Europapokal-Auftritt für den FC Bayern, erzählte Thomas Müller von einer bewegenden Szene, die sich unmittelbar nach der Partie im San Siro ereignet hatte: Die Vereinsikone nahm sich die gebürtigen Münchner Aleksandar Pavlović und Josip Stanišić zur Seite, um ihnen klarzumachen, dass sie nach seinem Abtreten die „Next Generation“ des Rekordmeisters seien, diejenigen, mit welchen sich die Fans mit am meisten identifizieren können. Im Gespräch mit dem FCB-Mitgliedermagazin „51“ demonstriert Pavlović nun eindrucksvoll, dass er für Müllers Auftrag bestens geeignet ist.

Aleksandar Pavlovic nach dem 6:1-CL-Sieg in Bergamo.

Das abschließende Statement im Interview verrät alles über den ehemaligen Campus-Spieler, der mit sieben Jahren zum FC Bayern gekommen war, und seine besondere Verbundenheit mit diesem: „Rot und Weiß sind seit meiner Kindheit meine Farben. Ich bin mit Herzblut in jedem Training und jedem Spiel dabei, gebe alles auf dem Platz. Es gibt für mich wirklich nichts Schöneres, als dieses Trikot zu tragen – am liebsten so lange wie möglich.“

Pavlovićs dornenreicher Aufstieg beim FCB

Dabei war der neunfache Nationalspieler alles andere als ein Senkrechtstarter beim Rekordmeister. Als Campus-Spieler hatten ihn lange Zeit Zweifel gequält, ob er das Niveau für einen Durchbruch bei seinem Herzensverein haben würde. Und als er sich bei den Profis tatsächlich durchsetzen konnte, plagten ihn schon als Teenager zahlreiche Verletzungen und Krankheiten. So verpasste er auch nach seiner ersten Profi-Saison 2023/24 die Heim-EM aufgrund einer Mandelentzündung.

Mit seiner positiven Einstellung konnte er diese große Enttäuschung überwinden: „Solche Dinge passieren, deswegen muss man sie schnell abhaken und weitermachen, auch wenn es natürlich nicht einfach ist. Meine Familie und Freunde haben mir sehr geholfen, mich abzulenken, nicht zu viel darüber nachzudenken und Abstand zu gewinnen. Überhaupt ist es immer wertvoll, Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem nahestehen. Einfach mal einen Kaffee zu trinken und zu reden – das schafft den nötigen Ausgleich zum Profialltag.“

Vom aufstrebenden Talent zur wichtigen Bayern-Stütze – der Weg des Aleksandar Pavlović

Aleksandar Pavlović wird am 3. Mai 2004 in München geboren. Mit deutschen und serbischen Wurzeln wächst er als waschechter Münchner auf. Seine Geburts- und Heimatstadt wird später der Schauplatz seiner großen Karriere sein.
Schon früh zeigt der kleine Aleksandar eine außergewöhnliche Begabung für den Fußball. Beim SC Fürstenfeldbruck, einem Verein in der Nähe von München, tritt er das erste Mal gegen das runde Leder. Der Grundstein für eine steile Karriere.
Im Alter von nur sieben Jahren wechselt Pavlović vom SC Fürstenfeldbruck in das renommierte Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern München. Ein großer Schritt für das Talent – und der Beginn einer engen Verbindung mit dem deutschen Rekordmeister.
Über zwölf Jahre durchläuft Pavlović sämtliche Jugendmannschaften des FC Bayern München. Er entwickelt sich Schritt für Schritt weiter und gilt intern schnell als eines der größten Talente des Vereins. Sein Stil als defensiver Mittelfeldspieler wird hier langsam deutlich.
Vom aufstrebenden Talent zur wichtigen Bayern-Stütze – der Weg des Aleksandar Pavlović

Dabei gesteht der 21-Jährige, dass er „früher ein schüchterner Junge, klein und schmächtig“ war. Heute traut er sich aber „deutlich mehr zu. Gerade fühle ich mich so gut wie noch nie.“ Dieses gestärkte Selbstvertrauen ermöglicht es ihm nun auch, mehr Verantwortung in der Mannschaft zu übernehmen: „Wenn jüngere Spieler in die erste Mannschaft hochkommen, beispielsweise Lennart Karl, dann versuche ich, für sie da zu sein, ihnen zu helfen und sie mitzunehmen.“

Er selbst hatte dafür in seiner Anfangszeit bei den Profis gute Mentoren und Vorbilder: „Ähnlich wie ich es in meiner Anfangszeit bei den Profis selbst erlebt habe. Mich hat damals Leon Goretzka sehr gut aufgenommen. Josip Stanišić kannte ich auch schon aus der Jugend, auch er hat mir geholfen, mich schnell ins Team zu integrieren.“

Vor den anstehenden Duellen mit Real Madrid taucht im Gespräch die Frage auf, ob es sich Pavlović bereits zutraue, solche Spiele auf diesem Niveau zu entscheiden, um später zur Riege der Legenden zu gehören. Der 21-Jährige lacht sympathisch bei seiner Antwort: „Man weiß nie, vielleicht schieße ich ja irgendwann mal in einem Champions-League-Finale ein Tor, so was steigert die Chancen, dass einen die Fans eines Tages dazuzählen.“

Anschließend ordnet er sich bescheiden ein, zeigt sich aber sehr überzeugt von der Qualität seiner Mannschaft: „Aber Spaß beiseite: Natürlich entscheiden Einzelaktionen oft Spiele – und in unserem Kader kann jeder den Unterschied machen. Ich versuche einfach, meinen Teil beizutragen, um irgendwann das Champions-League-Finale zu erreichen. Und dann schauen wir mal.“ Eine künftige Vereinslegende wie Pavlović dürfte sich eine gewaltige Mehrheit der Anhänger des FC Bayern wünschen…

Rubriklistenbild: © IMAGO/Giuseppe Maffia

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