Fußball-WM

Proteste und skurrile Pressekonferenz: WM-Duell zwischen Iran und Ägypten sorgt für Wirbel

Das Pride-Fest im Rahmen des Spiels zwischen Ägypten und Iran sorgt für Diskussionen. Die FIFA reagiert auf die Kritik, während die Teams schweigen.

Die Gruppenphase bei der Fußball-WM steht kurz vor dem Abschluss, noch kämpfen einige Teams um den Einzug in die K.o.-Runde. Zu ihnen zählen auch Ägypten und Iran, die sich in der Nacht von Freitag auf Samstag in Seattle gegenüberstehen. Derzeit stehen sie etwas überraschend an der Spitze der Gruppe G, sodass zumindest Ägypten angesichts von vier Punkten fast schon sicher mit dem Sechzehntelfinale planen kann.

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Doch nicht nur sportlich sorgt das Duell für Schlagzeilen, sondern auch abseits davon. Auslöser dafür ist das Pride-Fest, das die lokale Organisation im Vorfeld zur WM für diese Partie ausgerufen hat. Zum Zeitpunkt der Verkündung standen die beiden Teams noch nicht fest. Dass es nun aber ausgerechnet die zwei Nationen sind, in denen Menschen aus der LGBTQ+-Gemeinschaft verfolgt und gar getötet werden, sorgt vorab für Wirbel.

FIFA bezieht klare Stellung – Wunsch von Iran und Ägypten abgelehnt

So wollten die Länder verbieten, dass während des Spiels die Regenbogenfahne geschwenkt wird. „Allgemeine Aussagen zu den Menschenrechten, einschließlich Regenbogenfahnen und anderer Fahnen, die für sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität stehen, sind gemäß dem Verhaltenskodex für die WM 2026 in den Stadien zulässig und dürfen gezeigt werden, sofern sie in einer Weise verwendet werden, die mit dem Kodex vereinbar ist“, teilte die FIFA mit.

Präsident Gianni Infantino betonte dabei, dass es sich nicht um ein offizielles „Pride-Match“ seitens des Weltverbandes handelt. „In Seattle wird ein Spiel der FIFA-Weltmeisterschaft stattfinden, und am selben Tag finden in der Stadt Veranstaltungen statt, die von externen Organisationen organisiert werden. Das hat jedoch nichts mit dem Spiel selbst zu tun“, erklärte er ausdrücklich.

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Auch die Familie Beckham hatte sich am 15. Juli in Atlanta eingefunden, um England ins WM-Finale einziehen zu sehen. So groß der Jubel nach dem 1:0 auch war: Am Ende blieben Frust und Trauer über das Ausscheiden zurück.
Dieser englische Fan zeigte vor dem WM-Halbfinale gegen England an: Seit 1966 wartet die gesamte Nation schon auf ein Endspiel. Leider wurde es auch 2026 nichts, nach zwei späten Gegentoren verloren die Three Lions mit 1:2 gegen Argentinien.
Ein Baguette als Glücksbringer? So ganz wollte der Plan dieses französisches Fans leider nicht aufgehen. Die 0:2-Niederlage gegen Spanien sorgte für das WM-Aus im Halbfinale.
Die spanischen Fans waren voller Hoffnung vor dem WM-Halbfinale gegen Frankreich. Am Ende wurden sie belohnt, ihr Team zog mit einem 2:0-Sieg ins Endspiel ein.
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Dennoch ist es ein großes Thema – sogar so groß, dass es auf der Pressekonferenz vor dem Spiel zu ungewohnten Szenen kam. So verlas Daniel Marin, der Exekutivdirektor für Öffentlichkeitsarbeit der FIFA, vor der PK der Iraner ein Statement. „Der Fußballverband der Islamischen Republik Iran hat uns gebeten, die Medien darüber zu informieren, dass er nur bereit ist, Fragen im Zusammenhang mit dem Spiel zu beantworten“, sagte er.

Zwar würde der Verband akzeptieren, dass die Journalisten Fragen zu diesem Themenbereich stellen wollen, „in diesem Fall bitten wir Sie jedoch, das Recht des Verbandes zu respektieren, heute hier nur Fragen zu beantworten, die sich auf die Mannschaft, die Taktik, das Spiel und so weiter beziehen“, heißt es weiter.

Ungewöhnliche Bitte: Reporter ignorieren Wunsch von Iran rund um „Pride-Match“

Dieser Bitte kamen die anwesenden Reporter laut der Nachrichtenagentur AFP aber nur bedingt nach. So sei Trainer Amir Ghalenoei mit „Fragen darüber bombardiert worden, was am Freitag im Lumen Field und rund um das Stadion passieren wird“. Er entgegnete im Laufe dessen: „Wir wollen nicht darüber reden. Wir wollen nur über Fußball reden und was für ein tolles Spiel es ist, was für einen Spaß es machen wird.“

Auch sein Trainerkollege aus Ägypten versuchte, mit diesem Thema möglichst diplomatisch umzugehen. „Als Trainer bin ich nur auf Fußball fokussiert. Das ist alles, worüber ich nachdenke“, meinte Hossam Hassan auf seiner Pressekonferenz. Dennoch wird es rund um das Spiel bestimmt viele Botschaften der LGBTQ+-Community geben.

Schließlich begrüßt das lokale Organisationskomitee, dass es letztlich diese beiden Länder geworden sind. „Für uns ist es umso mehr eine Möglichkeit, Menschen willkommen zu heißen“, sagte Hedda McLendon aus eben jenem: „Es geht über Politik hinaus, es geht über Religion hinaus. Für uns geht es wirklich um unsere Stadt und ich bin sicher, dass Menschen, die für die WM kommen, besonders in Seattle, erfahren werden, was diese Stadt einzigartig macht.“

Die Fußballer dürften sich jedoch hauptsächlich auf das konzentrieren, was auf dem Platz passiert. Schließlich benötigt der Iran einen Sieg, um sicher in die K.o.-Runde einzuziehen, während Ägypten bereits ein Unentschieden reichen würde. Somit dürften sich beide Länder auf den Sport fokussieren, wenngleich das Spiel bestimmt auch als Botschaft dienen soll, dass Gleichberechtigung aller Menschen wichtig ist. (smu)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Felix Hörhager

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