Kommentar
Schreck für Schlotterbeck
Wie schwer wiegt Ausfall des Innenverteidigers – für ihn selbst und für die Nationalmannschaft?
Nach dem WM-Aus für Nico Schlotterbeck besteht kein Zweifel: Das ist ganz, ganz bitter für einen Fußballprofi im allerbesten Fußballeralter. Mit 26 Jahren befindet sich der Dortmunder auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Schaffenskraft. Klar dürfte damit auch sein: Der Abwehrmann, der erst kürzlich einen Vertrag bis 2031 mit Ausstiegsklausel über rund 60 Millionen Euro für diesen (!) Sommer unterschrieben hat, bleibt Borussia Dortmund erhalten. Denn die Aussicht, mit Topleistungen bei der WM ein Kandidat für europäische Topklubs zu werden, ist perdu. Das macht die Verletzungen für Schlotterbeck noch einen Deut schmerzhafter.
Wie schmerzhaft ist der Ausfall für das DFB-Team? Für eine Mannschaft also, die bis auf Schlotterbeck keinen weiteren Linksfuß in der Innenverteidigung parat hat? Abwehrchef Jonathan Tah rückte deshalb nach Antonio Rüdigers Einwechslung für Schlotterbeck auf dessen halblinke Abwehrseite. Rüdiger nahm Tahs Position halbrechts ein.
Schlotterbeck-Verletzung ist eine Schwächung für das DFB-Spiel
Die Folgen hat TV-Experte Jürgen Klopp sehr gut zusammengefasst: „Wir sind es gewohnt, dass Schlotterbeck ins Mittelfeld reindribbelt und dann den Diagonalball spielt. Das ist ein wichtiges Element des Spiels. Diesen Diagonalball können wir ohne ihn nicht mehr spielen.“
Tah ist ein guter Passspieler, aber mit seinem schwächeren linken Fuß nicht imstande, wie Schlotterbeck über 50, 60 Meter Spannstöße hart, präzise und damit wirksam auf die rechte Angriffsseite zu schlagen. „Wenn wir die Seite wechseln wollen, brauchen wir jetzt mindestens einen Pass mehr“, analysiert Klopp. Das ist eine echte Schwächung. Auch mit einem besseren rechten Fuß links verteidigen zu müssen, erleichtert für Tah die Arbeit im Halbraum gegen schnelle Stürmer nicht.
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Das ist eine echte Schwächung. Auch mit einem besseren rechten Fuß links verteidigen zu müssen, erleichtert für Tah die Arbeit im Halbraum gegen schnelle Stürmer nicht. Immerhin: Stellvertreter Rüdiger ist nicht langsamer als Schlotterbeck. Ein Tempodefizit in der letzten zentralen Reihe kann sich bei diesem Turnier kein Team mit Ansprüchen leisten.
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