Wütende und stolze Bayern
Die Bayern feiern ihre mentale Leistung nach vielen „fragwürdigen Entscheidungen“ in Leverkusen
Grundsätzlich möchten die Bayern jede Partie in der Bundesliga gewinnen. Aufgrund der besonderen Umstände in Leverkusen feiern sie aber dieses Mal das 1:1. Die Stimmen.
Das Topspiel des 26. Spieltags zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern lieferte viel Stoff für Diskussionen. Das 1:1-Unentschieden war ein mehr als hart erkämpfter Punkt für den Rekordmeister. Zum einen deswegen, weil er die Partie nach zwei Platzverweisen nur zu neunt beenden musste. Aber auch durchaus ärgerlich, da der VAR dem wacker kämpfenden Team von Vincent Kompany zwei Tore aberkannte.
Das Spiel begann sehr schlecht für die Bayern: Aleix Garcia brachte die Werkself bereits in der 6. Minute mit 1:0 in Führung. Der 37-jährige Sven Ulreich, der aufgrund der Verletzungen von Manuel Neuer und Jonas Urbig nach eineinhalb Jahren ein starkes Comeback im Bayerntor feierte, äußerte sich zu der Szene und seiner Rückkehr.
Die Bayern-Stimmen
Sven Ulreich
„Wenn man lange nicht spielt, so wie ich, ist es natürlich etwas anderes als im Training. Da sind andere Abstände, andere Situationen – da braucht man ein paar Minuten, um wieder reinzukommen. Am Ende war ich dann, glaube ich, gut im Spiel drin und es hat auch Spaß gemacht. Die ersten Minuten sind wir nicht so gut reingekommen, Leverkusen hat das gut gemacht. Wir verlieren dann ein bisschen leichtfertig den Ball an der Seite, sie spielen über außen, wo wir es eigentlich besser verteidigen können. Dann ist es eine blöde Aktion, der Ball wird abgefälscht und geht so rein – sonst wäre es vielleicht sogar eine Möglichkeit gewesen, den ersten Ball zu halten.“
Nach dieser Szene fingen sich die Münchner schnell, den verdienten Ausgleich durch Jonathan Tah kassierte der VAR, weil dem Nationalspieler in der Entstehung der Ball an den angelegten Arm gesprungen war (26.). Es sollte noch bitterer aus FCB-Sicht kommen: Erneut der VAR korrigierte die Gelbe Karte für die „Schlotterbeck-Attacke“ von Nicolas Jackson an Martin Terrier in Glatt-Rot (42.).
Waren beide Entscheidungen vertretbar, galt dies wohl weniger für Harry Kanes 1:1 unmittelbar nach seiner Einwechslung, den der VAR erneut aufgrund eines angeblichen Handspiels kassierte (63.) und noch viel weniger für die Ampelkarte für den FCB-Torschützen Luis Díaz (69.) nach einer angeblichen Schwalbe (84.). Der FC Bayern überstand auch die üppige zehnminütige Nachspielzeit und war nach dem Spiel wütend und stolz zugleich.
Von Mallorca nach Frankfurt – Die außergewöhnliche Reise des Albert Riera




FCB-Coach Vincent Kompany
„Das Tor von Harry war glasklar. Ein klares Tor, ich verstehe es nicht.“ Genauso äußerte er sich zu Luis Diaz. „Er kriegt den Kontakt, das kann keine Schwalbe sein. Und trotzdem steht er auch noch direkt auf. Niemand hier im Stadion weiß, warum das ein Platzverweis ist.“
Aber auch: „Ich bin unglaublich stolz auf die mentale Leistung der Jungs. Heute war unglaublich viel los, viele wichtige Phasen, wo wir viele unterschiedliche Meinungen haben werden. Aber das hat das Spiel natürlich beeinflusst.“
Jonathan Tah, nach seiner Leverkusen-Rückkehr
„Natürlich wollen wir immer gewinnen, aber heute gab es viele schwierige Situationen und fragwürdige Entscheidungen gegen uns. Die Mannschaft hat gut reagiert und alles gegeben. Wir haben eine großartige Mentalität gezeigt. Wir haben uns der schwierigen Situation nicht ergeben und gezeigt, was für ein Team wir sind. Mit unserer Spielweise wäre es auch mit elf Mann auf dem Platz anders gelaufen.“
Joshua Kimmich zum Díaz-Platzverweis
„Also, man muss sich die Situation mal genau angucken. Man sieht ja, dass er nach dem Kontakt fällt, aber auch sofort wieder aufsteht. Ich will hier jetzt gar nicht für einen Elfmeter plädieren, aber eine Schwalbe ist das nie im Leben.“
Rubriklistenbild: © IMAGO/Bahho Kara
