Hinderliches Vertragsdetail
Zaragoza-Wechsel: Nur ein Bayern-Abschied auf Zeit?
Bryan Zaragoza und der FC Bayern - das passt nicht. So soll der 23-jährige Spanier nach einer Leihe nächstes Jahr fix abgegeben werden. Es gibt aber ein Haken.
München/Vigo – Der 3-fache spanische Nationalspieler Bryan Zaragoza besitzt beim FC Bayern zwar einen Vertrag bis 2029, dennoch scheint er beim deutschen Rekordmeister keine Zukunft zu haben. Nach einem völlig misslungenen Halbjahr in München - in der Rückrunde 2023/24 erreichte er bei sieben Bundesligaspielen lediglich 171 Einsatzminuten - wurde er im Spieljahr 2024/25 zu CA Osasuna ausgeliehen und nun soll eine erneute Leihe zum LaLiga-Konkurrenten Celta Vigo seinen endgültigen Abschied einleiten.
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Aber klappt dieser - wohl für beide Seiten - gute Plan tatsächlich? Zaragoza wird zunächst für eine Saison an Celta verliehen. Die Leihgebühr beträgt nach Informationen des Portals Noticias Celta eine Million Euro. Zudem ist eine Kaufoption in den Deal integriert, die unter bestimmten Voraussetzungen automatisch zur Kaufpflicht wird.
Keine leichten Bedingungen für Kaufpflicht
Sollte der 1,64-Meter-kleine Tempodribbler in der Saison 2025/26 70 Prozent der möglichen Spielminuten absolvieren und Celta Vigo einen Tabellenplatz zwischen 1 und 11 erreichen, wird die Kaufpflicht in Höhe von zwölf Millionen Euro ausgelöst. In diesem Fall würde Zaragoza langfristig bis 2030 an den Verein gebunden werden.
Die Bedingungen wirken auf den ersten Blick als verhältnismäßig einfach zu erreichen. Ein zweiter lohnt sich dennoch: Celta ist als Siebter der abgelaufenen LaLiga-Saison überraschend für die UEFA Europa League qualifiziert. Zieht man Parallelen zu Bundesligisten in der jüngeren Vergangenheit - zuletzt die TSG Hoffenheim und der 1. FC Heidenheim - weiß man, dass diese Mehrbelastung schnell zu einem Absturz in tiefe Kellerregionen führen kann. Mindestens Platz 11 wird für die Galicier wahrscheinlich kein Selbstläufer werden.
Zaragoza verletzungsanfällig
Die noch höhere Hürde dürften die 70 Prozent Spielminuten bedeuten, durchschnittlich 63 Minuten pro Partie. Hört sich auch zunächst nicht so wild an, ist es aber doch. Das zeigt schon Zaragozas Bilanz 2024/25 in Pamplona: 27 von 38 Ligaspiele, 1852 Spielminuten. Das waren lediglich 54(!) Prozent der möglichen 3420. Bezieht man noch die Partien um die Copa del Rey ein - eine von fünf möglichen, 30 Minuten Spielzeit - sieht es noch viel schlechter aus.
Egal, ob nun vertraglich verankert ist, dass der kleine Spanier die 70 Prozent nur in den Liga-Spielen oder in allen Wettbewerben erreichen muss: Es stellt, speziell für seine verletzungsanfällige Position und eher zarte Konstitution, eine erhebliche Hürde da. In der abgelaufenen Spielzeit erlitt er einen Mittelfußbruch (allerdings offensichtlich wesentlich weniger problematisch als bei Hiroki Ito) und musste wegen einer Muskelverletzung über einen Monat pausieren.
Anstelle von Kaufpflicht: Gibt es 2026 wieder Verhandlungen?
So bleibt es durchaus offen, ob anhand dieser Rahmenbedingungen die Kaufpflicht wirklich zum Tragen kommen wird. Wenn ja: Diese soll 12 Millionen Euro betragen und den Gesamtverlust des FC Bayern (4 Millionen Leihgebühr und 13 Millionen Euro Ablösesumme an den FC Granada in 2024) einigermaßen mindern.
Es wäre für alle Seiten sehr schön, würden die 70 Prozent erreicht werden. Wenn nicht, werden wahrscheinlich weitere Verhandlungen folgen, denn zumindest unter dem aktuellen Coach Vincent Kompany wird auch weiterhin gelten: Zaragoza und der FCB - das passt nicht!
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