Mehr als Schokolade

Kaum jemand weiß es genau: Das steckt wirklich hinter den Oster-Symbolen wie Hase oder Ei

Easter symbol image, board with colorful Easter bunnies and the inscription Ostern schild
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In vielen Sprachen der Welt heißt das OSterfest „Pascha“ – ein Begriff, der direkt auf das hebräische Pessach zurückgeht und die jüdischen Wurzeln des Festes sichtbar macht. Andere Sprachen gingen eigene Wege: Im Polnischen heißt Ostern „Wielkanoc“, was schlicht „Große Nacht“ bedeutet. Im Deutschen und Englischen wiederum könnte der Name auf eine germanische Frühlingsgöttin namens „Ostara“ zurückgehen, die der Kirchengelehrte Beda Venerabilis im 8. Jahrhundert erstmals erwähnte.
Vatican Museums. The room of Mysteries. Fresco by Pintoricchio ( 1452 - 1513 ) Resurrection of Christ. Rome Italy Auferstehung
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Die Auferstehung Jesu Christi gilt im Christentum als das zentrale Ereignis schlechthin. Aus diesem wichtigen christlichen Ereignis heraus entwickelte sich über die Jahrhunderte ein Fest: Frühe Christen feierten die Auferstehung im Rahmen des jüdischen Pessach, bevor sich Ostern als eigenständiges Fest mit eigenen Ritualen, Symbolen und Bräuchen etablierte. Was heute bunte Eier, Schokohasen und freie Tage umfasst, hat seinen Ursprung also in einem einzigen theologischen Kern, der Rest sind 2.000 Jahre Geschichte.
Passover matzah with blossoming flowers and wine Pessach
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Ohne Pessach kein Ostern: Das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, war ein Pessach-Seder. Das jüdische Fest erinnert an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten und wird bis heute mit einem rituellen Mahl begangen. Dass das Osterdatum jedes Jahr wechselt, liegt übrigens genau daran: Es orientiert sich am jüdischen Mondkalender, ein Zeichen der tiefen Verwurzelung beider Feste ineinander.
Dekorative Ostereier
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Schon lange bevor Schokoladeneier in Supermarktregale wanderten, galt das Ei als kraftvolles Symbol: Aus einer stillen Schale bricht neues Leben hervor. In der frühen Christenheit wurde das direkt auf die Auferstehung Jesu übertragen. Das Grab als Schale, der auferstandene Christus als das neue Leben. Dass Eier zu Ostern gefärbt werden, geht auf eine schlichte mittelalterliche Praxis zurück: Während der Fastenzeit durfte man keine Eier essen, also kochte man sie haltbar und markierte sie mit Farbe.
Glückwunsch Ostern Osterhase Weidenkätzchen Schubkarren
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Wer den Osterhasen erfunden hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen – seine erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem 17. Jahrhundert. Wahrscheinlich hat er sich durchgesetzt, weil Hasen zu den ersten Tieren gehören, die im Frühling Nachwuchs bekommen, und damit als Symbol der Fruchtbarkeit und des neuen Lebens galten. In der byzantinischen Tiersymbolik kam noch eine weitere Deutung hinzu: Man glaubte, Hasen würden mit offenen Augen schlafen, also niemals wirklich in totale Bewusstlosigkeit verfallen. Dieses Bild übertrug man auf Christus, der im Tod nicht „entschlafen“, sondern auferstanden sei. So wurde aus einem Frühjahrsboten ein religiöses Symbol.
Es ist ein Osterlamm aus Teig zu sehen.
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Kaum ein Symbol ist so alt und so vielschichtig wie das Osterlamm. Im jüdischen Pessach-Fest wurde als Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten ein Lamm geopfert. Das Christentum griff dieses Bild auf: Jesus wird im Neuen Testament als „Lamm Gottes“ bezeichnet, unschuldig, geopfert, erlösend. Deshalb gehört das Osterlamm, ob als Backwerk oder als liturgisches Symbol, bis heute zu den ältesten und bedeutendsten Zeichen des Festes.
Die Karfreitagsprozession in Sizilien.
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Ostern beginnt nicht am Sonntagmorgen mit der Eiersuche. Die gesamte Karwoche ist liturgisch durchtaktet: Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, Gründonnerstag an das letzte Abendmahl, Karfreitag an die Kreuzigung. Prozessionen machen diese Ereignisse sichtbar und erlebbar. Sie verwandeln Glaubensinhalte in kollektive Erinnerung, die durch die Straßen zieht statt nur in Büchern zu verbleiben.
Catholic priests on Palm Sunday, Chartres, Eure et Loir, France, Palmzweig Palmsonntag
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Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, und damit auch die intensivste Phase des christlichen Kirchenjahres. Der Palmzweig erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem die Menschen Zweige schwangen und ihn als König begrüßten. Seit der Antike gilt die Palme als Zeichen des Triumphes und des Sieges, ein Symbol, das hier eine besondere Wendung bekommt: Der gefeierte König wird wenige Tage später sterben.
Verkauf von Osterkerzen, ehemalige Klosterkirche Mater Salvatoris, Börwang, Allgäu, Schwaben, Bayern, Deutschland
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In der Osternacht wird sie als erstes entzündet – und ihr Licht wandert dann von Mensch zu Mensch durch die dunkle Kirche. Die Osterkerze, auch Paschalkerze genannt, steht für Christus als Licht der Welt, das die Dunkelheit des Todes überwindet. Sie brennt während der gesamten Osterzeit bis Pfingsten und ist damit eines der wenigen Symbole, das nicht nur einen Moment markiert, sondern eine ganze Saison begleitet.
Osterfeuer in Niedersachsen.
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Feuer zu Ostern zu entzünden ist ein Brauch, der tief in der christlichen Liturgie verwurzelt ist. In der Osternacht wird das neue Feuer gesegnet, an ihm die Osterkerze entzündet und ihr Licht wandert von Hand zu Hand durch die Kirche. Das Feuer steht dabei für das Licht Christi, das die Dunkelheit überwindet. Vorchristliche Frühlingsbräuche, bei denen Feuer den Winter vertrieben, haben dieses Symbol über Jahrhunderte zusätzlich aufgeladen.
  • Nadja Spielvogel
    VonNadja Spielvogel
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Kaum ein Fest ist symbolisch so aufgeladen wie Ostern. Was Ei, Hase, Feuer und Lamm miteinander verbindet und woher diese Traditionen eigentlich stammen.

Ostern und seine Symbole: Was hinter dem Fest steckt

Ostern gehört zu den ältesten Festen der christlichen Welt und ist gleichzeitig für viele Menschen eines der rätselhaftesten. Denn kaum ein anderes Fest vereint so viele Symbole, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Ob Ei, Hase, Feuer oder Lamm: Hinter allem steckt eine eigene Geschichte, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat.

Vom jüdischen Pessach zum christlichen Osterfest

Der Ursprung von Ostern liegt nicht im Christentum allein. Das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, war ein jüdischer Pessach-Seder – ein rituelles Mahl zur Erinnerung an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei. Aus diesem Moment heraus entwickelten frühe Christen ihr eigenes Fest, das die Auferstehung Jesu in den Mittelpunkt stellte. Dass das Osterdatum bis heute jährlich wechselt, liegt an seiner Orientierung am jüdischen Mondkalender – ein Zeichen der tiefen Verbundenheit beider Traditionen.

Zehn Hühner, die Eier in besonderen Farben legen

Orpington-Huhn
Maran-Hühner
Araucanahenne
Blaue Eier der Cream Legbar-Hühner
Zehn Hühner, die Eier in besonderen Farben legen

Warum ausgerechnet ein Hase die Eier bringt

Die Verbindung von Hase und Ei zu Ostern hat weniger mit Theologie zu tun als mit dem Frühling selbst. Hasen gehören zu den ersten Tieren, die im Jahr Nachwuchs bekommen, und galten deshalb seit jeher als Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Das Ei wiederum steht in der christlichen Tradition für die Auferstehung: Aus einer stillen Schale bricht Neues hervor. Dass Eier während der mittelalterlichen Fastenzeit nicht gegessen werden durften, führte zudem zur Praxis, sie zu kochen, haltbar zu machen und mit Farbe zu markieren – der Vorläufer des heutigen bunten Ostereis.

Ein Fest zwischen Tradition und Gegenwart

Doch was bleibt von all diesen Symbolen im heutigen Alltag übrig? Während man weltweit an Ostern gern noch immer Tracht trägt, werden in vielen Regionen Deutschlands Osterfeuer entzündet, Palmzweige gebunden und Osterkerzen gesegnet. Gleichzeitig hat sich das Fest in weiten Teilen der Gesellschaft von seinem religiösen Kern gelöst – ohne jedoch seine Symbole aufzugeben. Osterhase und Osterei sind geblieben, ihre Bedeutung hat sich schlicht verschoben. Das ist kein Widerspruch, sondern der normale Gang kultureller Geschichte.

Rubriklistenbild: © Depositphotos/Imago

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