Mehr als Schokolade
Kaum jemand weiß es genau: Das steckt wirklich hinter den Oster-Symbolen wie Hase oder Ei
VonNadja Spielvogelschließen
Kaum ein Fest ist symbolisch so aufgeladen wie Ostern. Was Ei, Hase, Feuer und Lamm miteinander verbindet und woher diese Traditionen eigentlich stammen.
Ostern und seine Symbole: Was hinter dem Fest steckt
Ostern gehört zu den ältesten Festen der christlichen Welt und ist gleichzeitig für viele Menschen eines der rätselhaftesten. Denn kaum ein anderes Fest vereint so viele Symbole, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Ob Ei, Hase, Feuer oder Lamm: Hinter allem steckt eine eigene Geschichte, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat.
Vom jüdischen Pessach zum christlichen Osterfest
Der Ursprung von Ostern liegt nicht im Christentum allein. Das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, war ein jüdischer Pessach-Seder – ein rituelles Mahl zur Erinnerung an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei. Aus diesem Moment heraus entwickelten frühe Christen ihr eigenes Fest, das die Auferstehung Jesu in den Mittelpunkt stellte. Dass das Osterdatum bis heute jährlich wechselt, liegt an seiner Orientierung am jüdischen Mondkalender – ein Zeichen der tiefen Verbundenheit beider Traditionen.
Warum ausgerechnet ein Hase die Eier bringt
Die Verbindung von Hase und Ei zu Ostern hat weniger mit Theologie zu tun als mit dem Frühling selbst. Hasen gehören zu den ersten Tieren, die im Jahr Nachwuchs bekommen, und galten deshalb seit jeher als Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Das Ei wiederum steht in der christlichen Tradition für die Auferstehung: Aus einer stillen Schale bricht Neues hervor. Dass Eier während der mittelalterlichen Fastenzeit nicht gegessen werden durften, führte zudem zur Praxis, sie zu kochen, haltbar zu machen und mit Farbe zu markieren – der Vorläufer des heutigen bunten Ostereis.
Ein Fest zwischen Tradition und Gegenwart
Doch was bleibt von all diesen Symbolen im heutigen Alltag übrig? Während man weltweit an Ostern gern noch immer Tracht trägt, werden in vielen Regionen Deutschlands Osterfeuer entzündet, Palmzweige gebunden und Osterkerzen gesegnet. Gleichzeitig hat sich das Fest in weiten Teilen der Gesellschaft von seinem religiösen Kern gelöst – ohne jedoch seine Symbole aufzugeben. Osterhase und Osterei sind geblieben, ihre Bedeutung hat sich schlicht verschoben. Das ist kein Widerspruch, sondern der normale Gang kultureller Geschichte.
Rubriklistenbild: © Depositphotos/Imago














