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Miese PayPal-Betrugsmasche: Nutzer können sich nicht selbst schützen

Eine neue Masche bei PayPal bringt Nutzer in Gefahr. Trotz eines Sicherheitschecks ist der Betrug schwer nachvollziehbar und kann teuer werden.

Syke - PayPal ist mit etwa 35 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland eine weit verbreitete und geschätzte Zahlungsmethode. Sie bietet eine unkomplizierte, schnelle und weitgehend akzeptierte Lösung für Zahlungstransaktionen. Allerdings sind PayPal-Nutzer aktuell durch eine neuartige Betrugsstrategie bedroht.

Perfide PayPal-Betrugsmasche: Nutzer können sich nicht selbst schützen

Betrüger machen sich die sogenannte Gastkonto-Funktion zunutze, um Waren auf Kosten anderer zu bestellen. Diese Funktion soll es Verbrauchern ohne eigenes Konto ermöglichen, Zahlungen über PayPal zu tätigen. Nutzer können diese Funktion bis zu dreimal oder bis zu einem Gesamtbetrag von 1500 Euro nutzen, ohne ein PayPal-Konto eröffnen zu müssen. Sie müssen lediglich ihre Kontonummer, ihre Adresse und ihr Geburtsdatum angeben. PayPal bucht dann das Geld vom angegebenen Girokonto ab.

Gemäß einer Richtlinie von 2009 führt PayPal bei jeder Gastzahlung eine Überprüfung der angegebenen Daten durch, beispielsweise über die Schufa. Dabei werden Daten wie Vor- und Nachname, Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort und Geburtsdatum überprüft. Wenn die angegebene Kontonummer bereits mit nicht eingelösten Lastschriften in Verbindung gebracht wurde, wird eine Zahlung normalerweise abgelehnt. Zusätzlich vergleicht PayPal die Daten mit den Beständen des Online-Shopping-Portals eBay.

Verbraucher können sich nicht schützen: PayPal-Betrugsmasche ist schwer nachzuvollziehen

Trotz dieser Sicherheitsüberprüfungen ist die Gastkonto-Funktion anfällig für Betrug. „Da Zahlungsdienste die Identität des Zahlers nicht zuverlässig prüfen, können sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor diesem Betrug nicht schützen“, erklärt Heiko Fürst, Referent im Team Marktbeobachtung Finanzmarkt beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv), im Gespräch mit der Wirtschaftswoche.

Besonders heimtückisch ist, dass Betrüger die bestellten Waren oft an Packstationen oder über Weiterleitungsaufträge an andere Adressen liefern lassen, was den Betrug für die Betroffenen schwer nachvollziehbar macht. „Verbraucherinnen und Verbraucher bemerken den Betrug häufig erst, wenn sie Schreiben von Inkassobüros erhalten.“, so Fürst. Er empfiehlt, solchen Forderungen zu widersprechen und sie nicht einfach zu ignorieren.

PayPal ist praktisch, kann aber auch zur Gefahr werden. (Symbolbild)

Es kommt immer wieder vor, dass Betrüger PayPal missbrauchen, um an Geld zu gelangen. Eine theoretische Schutzmaßnahme könnte das generelle Verbot von Gastbestellungen in Online-Shops sein – also eine Zahlung ohne vorherige Erstellung und Bestätigung eines PayPal-Kontos. Dies würde jedoch gegen die Datenschutzgrundverordnung verstoßen und ist daher nicht durchführbar.

Dies allein würde das Problem jedoch nicht beheben: Es gibt weitere Betrugsmethoden im Zusammenhang mit PayPal: Zuletzt erhielten Kunden täuschend echte Phishing-Mails. (jus)

Rubriklistenbild: © Depositphotos/Imago

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