Neuer Crash?

KI-Blase durch Boom – Experten warnen vor „riesengroßer Kapitalvernichtung“

Viele Milliarden fließen in die Branche Künstliche Intelligenz. Das kann sich rächen. Ökonomen warnen vor einem neuen Crash und ziehen Parallelen zur Dotcom-Bubble in den Neunzigern.

Washington, D.C. – Die gewaltigen Investments in die KI-Branche sind kaum von der Hand zu weisen. Allein 2025 spülten Investoren rund 192,7 Milliarden US-Dollar an Risikokapital in KI-Start-ups. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg könnte 2025 das erste Jahr werden, in dem mehr als die Hälfte des Risikokapitals in die Branche Künstliche Intelligenz floss. Ökonomen sehen das wachsende Risiko einer Blase.

Mega-Investitionen in Künstliche Intelligenz – bis zu 2,2 Billionen Dollar

Denn in Zukunft soll diese Summe noch steigen. KI-Unternehmen wie OpenAI, Meta und das bereits erwähnte xAI planen Ausgaben in Höhe zwischen einer und 2,2 Billionen US-Dollar, berichtete n-tv. Das bezieht sich aber auf einen nicht fest definierten Zeitrahmen innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre. Ob diese Summe ausreicht, ist ebenfalls nicht bekannt. Die Konzerne wissen jedoch eines: Der Finanzbedarf ist gewaltig.

Amazon-Chef Jeff Bezos in Italien (Symbolfoto). Er warnt vor einer „industriellen Blase“ im Sektor Künstliche Intelligenz. 

Das geht bei den KI-Serverfarmen los. Hier plant OpenAI-Chef Sam Altman „Billionen“ an Investments. Mark Zuckerberg und der Meta-Konzern wollen bis 2028 – soweit der Plan – 600 Milliarden Dollar in KI-Projekte investieren (rund 511 Milliarden Euro). Und bei CoreWeave, einem Vermieter von Datenzentren für Tech-Firmen, plant man mit „Billionen“ Dollars an Investments für den Ausbau der KI-Infrastruktur. Allerdings gibt es dabei ein großes Problem.

Blase im Sektor Künstliche Intelligenz – „riesengroße Kapitalvernichtung“ steht bevor

Und zwar sind verschiedene Experten beunruhigt ob des großen KI-Booms. „Die Zahlen, die derzeit kursieren, sind derart extrem, dass man sie kaum noch begreifen kann“, zitierte n-tv den Hedgefonds-Milliardär David Einhorn. Das Risiko sei nicht „null“. Im Gegenteil; Einhorn sieht die Möglichkeit einer „riesengroßen Kapitalvernichtung“ noch im aktuellen Investmentzyklus.

Wenn Haustiere zu Menschen werden – so funktioniert der KI-Trend

Eine Katze sitzt auf einem Balkongeländer.
Eine Katze und eine junge Frau
Eine Katze und eine Frau
Ein Pferd und ein Mann
Wenn Haustiere zu Menschen werden – so funktioniert der KI-Trend

Dabei geht n-tv noch weiter und zieht Parallelen zur Dotcom-Bubble in den Neunzigern. Nur, dass die KI-Bubble – wenn es denn eine ist – noch viel schlimmer werden könnte. Die Zeichen seien da: Eine MIT-Analyse hätte ergeben, dass 95 Prozent der befragten Organisationen keine messbare Rendite aus ihren KI-Investments ziehen.

„Das hier ist größer als alle früheren Tech-Blasen zusammen“, sagte Roger McNamee, einer der Gründer der Tech-Investment-Firma Silver Lake, gegenüber dem Wall Street Journal.

Künstliche Intelligenz als neue Dotcom-Blase? – „Große Aufregung“ durch Mega-Investments

Auch in der Führungsetage der Tech-Riesen ist diese Unsicherheit angekommen. Amazon-Gründer Jeff Bezos hat am Donnerstag (2. Oktober) vor einer „industriellen Blase“ im Sektor künstliche Intelligenz gewarnt. Auch er sieht Ähnlichkeiten zum Dotcom-Crash. Die Anzeichen seien unübersehbar – sie erinnern ihn gar an die dunkelsten Stunden der Börsengeschichte.

„Zuerst trennen sich die Aktienkurse von den Fundamentaldaten eines Unternehmens“, dann „geraten die Menschen in große Aufregung – so wie heute um KI“, zitierte das Branchenmagazin Der Aktionär den Milliardär. Geld fließe in solchen Phasen in jede noch so absurde Idee. „Investoren haben es schwer, in dieser Euphorie Gutes von Schlechtem zu unterscheiden. Und das passiert wahrscheinlich gerade jetzt.“

Dabei nannte er einige Start-ups, die jeweils nur eine Handvoll Mitarbeiter beschäftigen und trotzdem Finanzierungen in Milliardenhöhe einfahren, als Beispiele.

ChatGPT löst SpaceX ab – künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Ob – und wann – die Blase platzt, ist aktuell nicht klar. Allerdings ist der KI-Riese OpenAI jetzt das wertvollste Start-up aller Zeiten. Am 2. Oktober berichtete die Financial Times, dass der Entwickler des ChatGPT-Bots mit 500 Milliarden US-Dollar bewertet wurde (425,8 Milliarden Euro). Damit löste OpenAI das Raumfahrtunternehmen SpaceX ab, das vorher mit etwa 400 Milliarden Dollar bewertet war (340,6 Milliarden Euro).

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 soll OpenAI rund 4,3 Milliarden Dollar an Umsatz gemacht haben. In den kommenden Jahren stehen Ausgaben in dreistelliger Milliardenhöhe bevor, um die Computerinfrastruktur weiter aufzubauen. Auch der Chip-Hersteller Nvidia (der dank KI-Hype zum wertvollsten Unternehmen der Welt wurde) hatte zuletzt in OpenAI investiert. Branchenbeobachter sind der Ansicht, dass dies als Anzeichen für eine Blasenbildung in der KI-Branche zu werten sei. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP. (Laernie mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Nicolo Campo

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