Zölle auf Holz- und Küchenmöbel
Köttbullar und Kallax: „Beeinträchtigen nationale Sicherheit“ – So trifft Trumps Handelskrieg IKEA
Neue Zölle auf Holz und Möbel könnten bei dem schwedischen Einrichtungsriesen deutlich die Preise verändern. So reagiert IKEA auf die Änderung.
Washington D.C. – Kaum Geld für Möbel: Ein Problem, das sich viele junge Familien, Studentinnen und Studenten, Auszubildende und Menschen mit niedrigen Einkommen teilen. Die hohe Nachfrage an Schränken und Betten zum kleinen Preis ist einer der Gründe, wieso das schwedische Einrichtungshaus IKEA global so groß geworden ist. Allein in Deutschland gab es 2020, laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, in 64 Prozent der Haushalte mindestens ein IKEA-Möbelstück. Aber auch international sind Billy, Brimnes, Pax und Kallax beliebt. In den USA könnten die Bücherregale, Küchenzeilen und Sofas allerdings deutlich teurer werden. Denn am 14. Oktober tritt ein weiteres von US-Präsident Donald Trumps Zollgesetzen in Kraft.
Trump erklärte in einer Pressmitteilung Ende September, er folge einer Empfehlung. Importierte Holzprodukte in großen Mengen drohten „die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten zu beeinträchtigen“. Schon im Sommer hatte der US-Präsident auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social angekündigt, mit der Maßnahme unter anderem Möbelunternehmen in North Carolina, South Carolina und Michigan zu unterstützen.
So reagiert IKEA auf Trumps Zölle: Folgen für den Möbel-Preis „minimieren“
Die neuen Zollaufschläge betragen zehn bis 25 Prozent des Warenwerts, je nach Möbelstück. Ab dem 1. Januar 2026 sollen die Zölle auf 30 bis 50 Prozent steigen. Ausnahme: „Länder, mit denen die Vereinigten Staaten ein Abkommen schließen, das die drohende Beeinträchtigung der nationalen Sicherheit durch die Einfuhr von Holzprodukten adressiert.“ Für Japan, Großbritannien und die EU gelten die vorausgegangenen Deals und ein maximaler Zollsatz von 15 Prozent.
Da der Großteil der Möbel des schwedischen Einrichtungshauses außerhalb der EU produziert und exportiert wird, werden auf IKEA-Produkte aber Zölle fällig. Ob das Unternehmen seine Preise in den Vereinigten Staaten halten kann, bleibt vorerst unklar: „Nach unserer Erfahrung in den Märkten, in denen wir tätig sind, erschweren Zölle diese Bestrebungen“, erklärte IKEA auf Anfrage unserer Redaktion. „Die Zölle wirken sich auf unser Geschäft ähnlich aus wie auf andere Unternehmen. Wir beobachten die Situation genau und werden ihre Entwicklung weiterhin bewerten.“ Ein Versprechen könne man nicht abgeben, aber man wolle Auswirkungen auf die Preise „minimieren“.
Zeitlinie: So hat Trump den Zoll-Krieg vom Zaun gebrochen




Donald Trumps Handelspolitik beeinflusst im Übrigen nicht nur die US-amerikanische IKEA-Geschäfte. Im Nachbarland Kanada verkündete das Unternehmen, tausende Produkte seien vom Handelsstreit betroffen. Etwa drei Prozent der dort vertriebenen Artikel werden in den USA gefertigt. Darunter: Die schwedischen Fleischbällchen „Köttbullar“. Davon verkauft das Unternehmen weltweit jährlich über eine Milliarde Stück. „Wir schauen uns deshalb aktuell nach alternativen Lieferanten um“, teilte IKEA mit. (Quelle: Eigene Recherche/IKEA/Weißes Haus/TruthSocial)
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