Seit Jahren rote Zahlen

Ein Zugunternehmen für 1 Euro: Verkehrsverbund will Eurobahn übernehmen

Der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) will die angeschlagene Eurobahn übernehmen. Das sei die beste Option, sind die Verantwortlichen überzeugt.

Hamm – Der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) will die angeschlagene Eurobahn für einen symbolischen Euro übernehmen. Der NWL will damit den Betrieb sichern und das finanzielle Risiko für sich und die beteiligten Städte und Kreise – darunter Hamm – gering halten.

NWL will angeschlagene Eurobahn übernehmen

Das in Düsseldorf und Hamm ansässige Bahnunternehmen schreibt seit Jahren rote Zahlen. Grund dafür sind die Verkehrsverträge mit NWL und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Leistungen und Vergütung sind vor Jahren festgeschrieben worden, Kostensteigerungen kann das Unternehmen nicht ausreichend geltend machen. NWL und VRR können die Verträge aus wettbewerbsrechtlichen Gründen ihrerseits nicht einfach ändern.

Gerettet? Die Städte und Kreise in Westfalen müssen den Plänen des NWL noch zustimmen.

Das wäre jedoch möglich, wenn man die Eurobahn selbst betreibe, haben Juristen und Wirtschaftsprüfer nach NWL-Angaben nun festgestellt. Deshalb wolle man die Firma übernehmen, die Verträge rechtskonform anpassen und den Betrieb so bis zum Auslaufen des letzten Vertrages 2032 sicherstellen. So werde die Eurobahn auch wieder attraktiv für Investoren.

„Mit einer zeitlich begrenzten Übernahme der Eurobahn durch den NWL können wir unseren Fahrgästen weiterhin verlässliche Verkehrsleistungen anbieten und geben gleichzeitig den Mitarbeitenden eine langfristige, sichere Perspektive“, sagt NWL-Geschäftsführer Joachim Künzel.

VRR übernimmt parallel rheinische Regiobahn

Für die Städte und Kreise wäre es die günstigste Variante, heißt es beim NWL. Umlagen könnten so vermieden werden. Das alles gehe allerdings nur, wenn die Kommunen dem Plan zustimmen – und zwar alle. Das nichtöffentliche Verfahren in Stadträten und Kreistagen laufe. Die letzte Entscheidung soll die NWL-Verbandsversammlung im Januar treffen.

Parallel dazu teilte der VRR am Donnerstag, 19. Dezember, mit, die rheinische Regiobahn zu übernehmen, um den Bahnbetrieb in vergleichbaren Fällen besser steuern zu können.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch / dpa

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