Historische Verluste

Brisante Verluste enthüllt: Putins Ukraine-Blutzoll übertrifft alles

Die Ukraine verlor 100.000 bis 140.000 Soldaten. Russland beklagt hingegen bis zu 325.000 Tote. Das Verhältnis steht deutlich zugunsten von Kiew.

Fast drei Jahre nach Beginn der russischen Invasion hat der Ukraine-Krieg auf beiden Seiten verheerende Opferzahlen gefordert. Ein neuer Bericht des „Center for Strategic and International Studies“ (CSIS) liefert nun die bislang detailliertesten Schätzungen – und stellt zugleich die verbreitete Annahme infrage, ein russischer Sieg sei unvermeidlich.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat laut einem neuen CSIS-Bericht im Ukraine-Krieg 1,2 Millionen Verluste zu verzeichnen, darunter bis zu 325.000 Tote, was die russischen Opferzahlen auf einem historisch beispiellosen Niveau ansiedelt.

Laut dem in Washington ansässigen CSIS hat Russland etwa 1,2 Millionen Verluste zu verzeichnen, darunter bis zu 325.000 Tote. Gleichzeitig gelten demnach fast 600.000 ukrainische Soldaten als getötet, verwundet oder vermisst. Seit Russlands Präsident Wladimir Putin seine Invasion der Ukraine begonnen hat, hat keine der beiden Seiten umfassende Opferzahlen veröffentlicht. Das Ausmaß der Verluste gilt als streng gehütetes Staatsgeheimnis.

Putin verschweigt Ausmaß der Verluste: 1,2 Millionen russische Opfer laut CSIS-Bericht

Die Schätzungen des CSIS basieren auf Interviews mit westlichen und ukrainischen Beamten sowie auf Daten, die von der unabhängigen russischen Nachrichtenagentur Mediazona und dem russischen Dienst der BBC gesammelt wurden. Im historischen Vergleich sind die Verluste außergewöhnlich hoch. Der ThinkTank stellt fest, dass die russischen Verluste auf dem Schlachtfeld in der Ukraine „mehr als 17-mal höher sind als die sowjetischen Verluste in Afghanistan in den 1980er Jahren, 11-mal höher als während des ersten und zweiten Tschetschenienkrieges und mehr als fünfmal höher als alle russischen und sowjetischen Kriege seit dem Zweiten Weltkrieg zusammen“.

Aufseiten der Ukraine liegen die Opferzahlen laut dem Bericht bei etwa 500.000 bis 600.000 Toten – im Vergleich zu 1,2 Millionen Toten, Verwundeten und Vermissten auf russischer Seite. Russland hat zwischen 275.000 und 325.000 Todesopfer auf dem Schlachtfeld zu beklagen, verglichen mit 100.000 bis 140.000 Opfern auf ukrainischer Seite, so der Bericht. „Die Daten deuten darauf hin, dass Russland kaum gewinnen kann“, schreiben die Autoren.

Schatten aus Stahl an der Front: Panzer gestern, heute und morgen

Das in hellem Gelb aufleuchtende Mündungsfeuer eines russischen T-80-Panzers, der aus einer Deckung heraus feuert.
Ein von unten beleuchteter Leopard 2A8 im Dunkeln auf dem Firmengelände von KNDS.
Ausgemusterte Leopard A1 der belgischen Armee in einer Halle
Tank Leopard 1A5 Military Fire Exercise - Ukraine
Schatten aus Stahl an der Front: Panzer gestern, heute und morgen

Russische Verluste historisch beispiellos: 17-mal höher als beim sowjetischen Afghanistan-Krieg

Der Bericht stellt damit auch die weit verbreitete Annahme in Frage, dass ein russischer Sieg in der Ukraine unvermeidlich sei und unmittelbar bevorstehe. „Russland hat die Oberhand“, sagte US-Präsident Donald Trump letzten Monat in einem Interview mit Politico. Laut CSIS-Bericht behält die Ukraine als verteidigende Seite auf dem Schlachtfeld jedoch einen erheblichen Vorteil.

Kiews Strategie der „tief gestaffelten Verteidigung“ – mit Schützengräben, Panzerabwehrhindernissen, Minen und anderen Barrieren sowie Drohnen und Artillerie – habe Russlands Versuche, nennenswerte Gewinne zu erzielen, vereitelt, heißt es in dem Bericht. Unterdessen stünden die Verluste auf dem Schlachtfeld im Verhältnis 2,5:1 oder 2:1 zugunsten der Ukraine.

Kreml weist CSIS-Bericht zurück: Moskau nennt Verlust-Schätzungen nicht glaubwürdig

Auch die russische Wirtschaft kommt in dem Bericht nicht gut weg. Das Land werde „zu einer zweit- oder drittklassigen Wirtschaftsmacht“, heißt es dort unter Verweis auf rückläufige Produktion, schwache Verbrauchernachfrage, hohe Inflation und Arbeitskräftemangel. 2025 wuchs die Wirtschaft nur um 0,6 Prozent. Die Zukunftsaussichten seien ebenfalls düster: Kriegsausgaben für Munition, Uniformen und Befestigungsanlagen trügen zwar zum BIP bei, verbesserten aber „weder den langfristigen Wohlstand noch die Kapitalbildung“. Im Hochtechnologiebereich ist die einstmalige Wirtschaftsmacht ebenfalls ins Hintertreffen geraten. Kein einziges russisches Unternehmen findet sich unter den 100 weltweit führenden Technologiekonzernen.

In Moskau will man von dem Bericht und seinen Schlussfolgerungen jedoch nichts wissen. Der Kreml wies den CSIS-Bericht am Mittwoch (28. Januar) als „nicht glaubwürdig” zurück und bestand darauf, dass nur das russische Verteidigungsministerium befugt sei, russische Opferzahlen zu veröffentlichen. (Quellen: CNN, CSIS, dpa, Politico, The Guardian) (tpn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Syrian Presidency \ apaimages

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