„No Kings“-Proteste in den USA

Millionen Menschen wollen gegen Trump auf die Straße gehen – „Die Wut ist größer“

Unter dem Label „No Kings“ sind am Wochenende in den gesamten USA Proteste gegen Trump geplant. Es könnte der größte Widerstand gegen den US-Präsidenten werden.

Washington, D.C. – In den USA formiert sich ein breiter Protest gegen US-Präsident Donald Trump, und es soll der größte Widerstand in der jüngeren Geschichte der USA werden. Zumindest erwarten die Organisatoren der „No Kings“-Proteste eine massenhafte Beteiligung, insbesondere auch, weil sich die Lage unter Trump für viele weiter verschärft hat. „Die Wut ist größer als noch im Juni“, wird ein Veranstalter von der US-amerikanischen Tageszeitung USA Today zitiert.

In den USA werden Massenproteste gegen US-Präsident Donald Trump erwartet.

Lisa Gilbert, Co-Präsidentin von Public Citizen, erklärte gegenüber der Zeitung. „Es geht nicht nur um Politik, die uns nicht gefällt (…) sondern auch um die tatsächliche Aushöhlung der Demokratie, der Grundrechte und Vorrechte. (...) Die Menschen sagen: ‚Ich habe mich noch nie zuvor zum Handeln bewegt gefühlt, aber jetzt habe ich das Gefühl, dass ich es tun muss.‘“ Die Trump-Regierung habe die Einwanderungskontrollen verschärft, Truppen in mehrere von den Demokraten regierte Städte entsendet und die Rechte des Ersten Verfassungszusatzes ausgehöhlt, hieß es weiter.

Proteste gegen Trump soll größer werden: „Diese Leute meinen es ernst“

Wenn die Trumpsche Regierung keine Angst habe, sei sie „nicht aufmerksam genug“, denn: „Diese Leute meinen es ernst.“ Man versuche, den Menschen ihr verfassungsmäßiges Recht auf friedlichen Protest zu nehmen, und „genau so funktionieren autoritäre Regime“, ergänzte Ezra Levin, Mitbegründer von Indivisible und einer der Organisatoren. „Sie fürchten vor allem eines: dass die Bevölkerung sich massenhaft, friedlich und organisiert gegen ihre unpopulären Pläne für das System wehrt.“

Es ist ein breites Bündnis, darunter auch mehrere Gewerkschaften, das sich unter dem Label „No Kings“ erneut zusammengefunden hat. Der Name liegt in der Überzeugung begründet, dass Präsident Trump sich wie ein Monarch und nicht wie ein Führer einer Demokratie verhält. Insgesamt sind 2500 Veranstaltungen in Großstädten und Kleinstädten geplant, die wichtigsten finden vor dem Kapitol in Washington sowie in Boston, New York, Atlanta, Kansas City, San Francisco, Chicago, New Orleans und Bozeman, Montana statt.

Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Alles begann mit einer Razzia der US-Einwanderungsbehörde ICE, jetzt brennen Autos und die Nationalgarde ist im Einsatz. In Los Angeles demonstrieren seit Samstag Menschen überwiegend friedlich, teils gewaltsam, gegen die das ICE. Im Foto steht ein Demonstrant auf einem brennenden Waymo-Taxi in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt von Los Angeles.
Die US-Behörde „Immigration and Customs Enforcement“ (ICE) ist eine Strafverfolgungsbehörde in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Polizeibeamte aus Los Angeles patrouillieren in der Nähe des Metropolitan Detention Center in der Innenstadt. Demonstranten protestierten gegen Operationen der Bundeseinwanderungsbehörde ICE am 7. Juni, bei der sie Dutzende von Menschen festgenommen hatte.
Eine Frau schwenkt die mexikanische Flagge, als während einer Demonstration in der Innenstadt von Los Angeles Flammen aus einem brennenden Müllcontainer auflodern.
Brennende Autos, Tränengas, Nationalgarde: Proteste in L.A. gegen Trump eskalieren

Angesichts der Stationierung von Nationalgardisten in mehreren Großstädten äußerten die Organisatoren die Befürchtung, dass manche Menschen sich möglicherweise nicht trauen würden, zu den Demonstrationen zu kommen: Trump „will die Meinungsfreiheit unterdrücken. Der beste Weg, um zu verhindern, dass die Meinungsfreiheit unterdrückt wird, ist, dass so viele Menschen gemeinsam ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben, sodass er unmöglich alle verhaften kann“, sagte Hunter Dunn, Sprecher der Protestgruppe 50501, gegenüber USA Today. „So schwächt man ihn.“

„No King“-Proteste in den USA: „Wen interessiert das schon?“,

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Abigail Jackson, gab sich auf Nachfrage entspannt: „Wen interessiert das schon?“, sagte sie gegenüber den Medien. Zwei Kabinettsmitglieder von Trump sowie einige republikanische Kongressabgeordnete warfen jedoch den Demokraten vor, die seit zwei Wochen andauernde Stilllegung der Regierungsgeschäfte zugunsten der „No Kings“-Massenproteste zu verlängern. Bislang ist ein demokratisches Mitglied des Kongresses, Senator Chris Murphy aus Connecticut, als Protestredner vorgesehen. (Quelle: USA Today, fiftyfifty.one) (ktho)

Rubriklistenbild: © Tayfun Coskun/Imago

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