Freundschaft mit FIFA-Chef

Trump im Machtrausch: Verlieren US-Städte ihre WM-Spiele mit Hilfe von Infantino?

In seinem Machtkampf mit demokratisch regierten US-Städten hat Präsident Donald Trump nun die Ausrichtung der Fußball-WM 2026 im Blick. Welche Rolle spielt Infantino?

Washington, D.C. – Donald Trump liebt Trophäen. Dem trug FIFA-Präsidenten Gianni Infantino nach der Klub-WM Rechnung, als er dem US-Präsidenten die Original-Trophäe für das Weiße Haus überließ. „Wir werden sie nie abholen. Sie können sie für immer im Oval Office behalten. Wir lassen eine neue anfertigen“, wird Infantino von Trump zitiert, der wenige Monate zuvor bereits den WM-Pokal in seinem Büro ausstellte. Die Fußball-WM, die 2026 in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, wird aktuell jenseits laufender Qualifikationsspiele vor dem Trumpschen politischen Hintergrund diskutiert.

US-Präsident Trump und FIFA-Präsident Infantino verstehen sich gut, wie sich hier auf dem Gaza-Friedensgipfel zeigt.

Und dabei geht es nicht nur um die Einreise in die Vereinigten Staaten, die seit Trumps zweiter Amtszeit unsicher geworden ist: Zahlreichen Menschen wurde aus teils nicht genannten oder wenig nachvollziehbaren Gründen der Zugang zum US-amerikanischem Staatsgebiet verweigert. Aktuell scheint der US-Präsident seine Macht auch bezüglich demokratischer Hochburgen auszuspielen zu wollen, die eigentlich als WM-Austragungsorte gelten. Trump hat jene Städte im Visier, die sich gegen seine rigide Migrationspolitik und den Einsatz der Nationalgarde wehren.

Trump könnte mithilfe der FIFA WM-Städten die Austragung entziehen

Konkret soll es potenziell um die Städte Los Angeles, San Francisco, Boston und Seattle gehen, die ihren Status als Austragungsort verlieren könnten, und dies eventuell mit freundlicher Unterstützung des FIFA-Chefs, der bekanntlich beste Beziehungen zu Trump pflegt: „Wenn jemand schlechte Arbeit leistet und ich das Gefühl habe, dass die Bedingungen unsicher sind, würde ich Gianni anrufen und sagen: Lasst uns die Spiele an einen anderen Ort verlegen. Und er würde das tun“, betonte Trump bereits am Dienstag (14. Oktober) in Washington.

FIFA-Chef Infantino posiert an der Seite von Trump beim Gaza-Friedensgipfel

Tatsächlich war Infantino unerwartet an Trumps Seite beim Gaza-Friedensgipfel aufgetaucht und hatte mit ihm im ägyptischen Scharm el-Scheich vor der Kamera posiert. Infantino sei ein „phänomenaler FIFA-Chef“, äußerte Trump, der aus dieser Richtung keine Widerstände erwartet. Am Mittwoch hatte ein FIFA-Sprecher bezüglich der Causa erklärt, man hoffe darauf, dass alle Gastgeberstädte für 2026 „bereit“ seien, aber: „Sicherheit und Schutz liegen selbstverständlich in der Verantwortung der jeweiligen Regierungen, und sie entscheiden, was im besten Interesse der öffentlichen Sicherheit ist.“ Entsprechend könnte eine Verlegung von Partien Realität werden.  

Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht

Donald Trump als Moderator von The Apprentice, einer Reality-TV-Serie in den USA
Donald Trump und Ivana Trump in den späten 1980er Jahren.
Donald Trump und Marla Maples bei ihrer Hochzeit im Dezember 1993
Donald Trump und Melania Trump gemeinsam in New York
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Der 79-jährige Trump hatte sich Anfang des Jahres selbst zum Vorsitzenden einer Taskforce des Weißen Hauses für die Weltmeisterschaft ernannt. Und schon einmal in Fahrt, nahm er ebenso Bezug auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. „Dasselbe könnte ich auch über die Olympischen Spiele sagen“, und weiter: „Wenn ich der Meinung wäre, dass LA nicht ausreichend vorbereitet wäre, würde ich die Spiele an einen anderen Ort verlegen.“ (Quellen: dpa, AFP, eigene Recherche) (ktho)

Rubriklistenbild: © Yoan Valat/dpa

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