Rekordneuzugang fährt zur WM

Bei Elye Wahi ging der Eintracht-Plan vollständig auf

Elye Wahi hat das halbe Jahr Entwicklungsleihe für sich genutzt. Kann Eintracht Frankfurt die gezahlte Ablöse wieder reinholen?

Elye Wahi hat die Freude am Fußball wiedergefunden. Der Ivorer ließ sich nach zwölf schlecht verlaufenden Monaten bei Eintracht Frankfurt zu OGC Nizza verleihen. Er war mit neun Treffern und zwei Vorlagen in 19 Partien wichtiger Faktor für den Klassenerhalt und den Einzug ins Pokalfinale (wo der Klub Lens mit 1:3 unterlag). Das reichte in Summe sogar für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko.

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Wahi hat seinen Abwärtstrend gestoppt. Der Marktwert war in seiner Zeit bei der Eintracht von 26 auf zwölf Millionen Euro gepurzelt. In Nizza ist die Summe wieder auf 18 Millionen Euro gestiegen – Tendenz steigend. WM-Fahrer haben eine große Chance, sich mit guten Aktionen ins Schaufenster zu stellen. Ärgert er mit der Elfenbeinküste am zweiten Spieltag in Toronto Deutschland? Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche wird bei diesem Duell vor Ort sein.

Eintracht-Leihgabe Wahi hat Marktwert gesteigert

Ob das klappt, ist noch Zukunftsmusik. Fest steht, dass die Hessen trotz dieser positiven Entwicklung nach Informationen von Absolut Fussball auch unter dem neuen Trainer Adi Hütter nicht mit einer Rückkehr von Wahi planen. Die Verantwortlichen haben stattdessen realistische Hoffnung, dass die im Januar 2025 nach Marseille überwiesenen 26 Millionen Euro wieder auf das Konto kommen. Das wäre ein Glücksfall für die Hessen.

Sportdirektor Timmo Hardung bezeichnete die Leihe auf der vereinseigenen Homepage als „sportlich sehr positiv“. Wahi habe „in einer ambitionierten Liga wieder konstant seine Qualitäten im letzten Drittel eingebracht, wichtige Treffer für Nizza erzielt – insbesondere im Pokal – und sich dadurch auch für den WM-Kader der Elfenbeinküste empfohlen“.

Die teuersten Neuzugänge in Eintracht Frankfurts Vereinsgeschichte

Auf Platz eins der teuersten Neuzugänge in der Geschichte von Eintracht Frankfurt ist Hugo Ekitiké. Nach einem halben Jahr auf Leihbasis wechselte der Franzose im Sommer 2024 fest zur SGE – durch Bonuszahlungen kostete er die Eintracht 31,5 Millionen Euro. Mit seinem Wechsel zum FC Liverpool für 95 Mio. Euro ist er gleichzeitig auch Rekordabgang.
Der zweitteuerste jemals von Eintracht Frankfurt getätigte Einkauf ist Elye Wahi. Satte 26 Mio. Euro zahlten die Hessen im Januar 2025, nachdem Omar Marmoush sich in Richtung Manchester City verabschiedet hatte.
Luka Jovic spielte sich als Mitglied der berühmt berüchtigten Büffelherde in den Fokus von Europas Elite. Nach zwei Jahren auf Leihbasis verpflichtete Eintracht Frankfurt den Stürmer 2019 für 22,34 Mio. Euro, nur um ihn umgehend für fast das Dreifache (63 Mio. Euro) an Real Madrid zu verkaufen.
Erst in diesem Sommer neu in der Liste der teuersten Eintracht-Neuzugänge ist Jonathan Burkardt. Nach zähen Verhandlungen hat die SGE sich mit Mainz 05 auf eine Ablöse in Höhe von 21 Mio. Euro geeinigt.
Die teuersten Neuzugänge in Eintracht Frankfurts Vereinsgeschichte

Hardung betonte: „Für uns stand im Vordergrund, dass er regelmäßig Spielpraxis sammelt, Verantwortung übernimmt und wieder in einen stabilen Rhythmus findet. Genau diese Ziele wurden während der Leihe erreicht.“ Es war eine Entwicklungsleihe aus dem Lehrbuch. Die Karriere von Wahi verlief seit rund zwei Jahren ungebremst in die falsche Richtung. Aus einer heißen Aktie wurde ein Stürmer, der den Glauben an sich selbst verloren hatte.

Krösche hatte ihn bereits im Sommer 2023 als möglichen Nachfolger von Randal Kolo Muani auf der Liste. Da dessen 95 Millionen Euro schwerer Abgang zu Paris Saint-Germain erst in letzter Sekunde über die Bühne ging, wechselte Wahi zuvor schon von Montpellier nach Lens. Der Eintracht-Sportvorstand verlor den Angreifer allerdings nie aus den Augen.

Eintracht-Boss Krösche hatte Wahi schon 2023 auf seinem Zettel stehen

Als Omar Marmoush dann zu Manchester City wechselte, öffnete sich die Tür zu Wahi. Dieses Mal jedoch griff Krösche daneben. Wahi kam nur 25-mal zum Einsatz und traf einmal im DFB-Pokal bei Fünftligist Engers. Selbst als die Verletzungsmisere größer wurde, griff Ex-Trainer Dino Toppmöller nicht mehr auf dessen Dienste zurück. Der Schritt nach Nizza war der letzte Strohhalm – und Wahi hat zugepackt.

Die Eintracht blickt daher optimistisch nach vorn. Für die Frankfurter wäre dieses Geld nämlich ein Segen. Krösche hat die Hoffnung auf einen festen Transfer von Arnaud Kalimuendo noch nicht aufgegeben. Die 27 Millionen Euro hohe Kaufoption kann und will er nicht bedienen. Doch Krösche verhandelt weiter mit Nottingham Forest über eine Senkung dieser Forderungen. Die Wahi-Millionen könnten helfen, den Umbruch im Sturm fortzusetzen.

Rubriklistenbild: © Andrew Milligan

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