Peinliche Pleite in Kiel
Gladbach vergeigt vielversprechende Saison: Fans schicken Stars in die Kabine
Die Unzufriedenheit unter den Fans von Borussia Mönchengladbach nimmt zu. Es besteht die Gefahr, dass die Saison mit einem Desaster endet.
Mönchengladbach – Das Auswärtsspiel gegen Holstein Kiel am 31. Bundesliga-Spieltag ist der vorläufige Negativhöhepunkt in der Rückrunde von Borussia Mönchengladbach.
Gladbach schluckt vier Gegentore in Kiel
Borussia hat gegen das Tabellenschlusslicht verdient mit 3:4 verloren, egalisierte zwar zweimal einen Rückstand, schnupperte aber nie wirklich an einem Sieg. Die Reaktion der mitgereisten Fans war unmissverständlich: Als sich die Mannschaft auf den Weg zum Gästeblock begab, wurde sie prompt weggeschickt.
Gladbach kassierte an der Förde die dritte aufeinanderfolgende Niederlage. Seit dem schwachen 1:1 gegen den FC St. Pauli am 6. April sind Punkte Mangelware, hinzu kommen satte zehn Gegentore. Damit kassierte Borussia bereits 50 Treffer – dabei hatte Roland Virkus als Ziel ausgegeben, 50 Punkte zu erreichen.
Mit ihren schwachen Leistungen bringen die Fohlen das Saisonziel weiter in Gefahr. Nur aufgrund der Niederlagen des FC Augsburg gegen Bayer Leverkusen (0:2) und des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Heidenheim (0:1) bleibt Gladbach auf dem neunten Tabellenplatz. Als Zehnter haben die Augsburger nur einen Punkt Rückstand, insofern braucht die Mannschaft eine schnelle Trendwende, um die Mindestanforderungen zu erfüllen.
Gladbach bekommt die Abwehrprobleme nicht in den Griff
Mit der Einstellung aus den vergangenen Spielen erscheint das Erreichen des Saisonziels jedoch mehr als fraglich. In puncto Intensität war Gladbach auch in Kiel über weite Strecken unterlegen. Zum wiederholten Male wackelte die Abwehr bedenklich, und wie beim 2:3 gegen Borussia Dortmund in der Vorwoche brachte sich Borussia mit individuellen Fehlern in die Bredouille.
Bei Kieler Eckstößen war die Zuordnung mangelhaft, Shuto Machino kam viel zu häufig zum Kopfball und erzielte am Samstagnachmittag gleich zwei Tore.
Das 0:2 durch Alexander Bernhardsson (23.) muss sich Fabio Chiarodia aufgrund des schwachen Rückpasses auf Jonas Omlin ankreiden, alleine am kurzfristig für Nico Elvedi eingesprungenen Youngster war die Niederlage aber keineswegs festzumachen.
Wer in einem Kalendermonat im Durchschnitt 2,5 Gegentore pro Spiel kassiert, hat ein strukturelles Problem. Gerardo Seoane und sein Trainerteam werden auf Spurensuche gehen und Lösungen finden müssen, um den Horror-Monat abzuschütteln.
Kleindienst-Durststrecke hält an
Wer unter der Gladbacher Schwächephase am stärksten leidet, ist Tim Kleindienst. Der Mittelstürmer setzte nach dem Abpfiff in Kiel zu einer Wutrede an und verpasste erneut einen Torerfolg.
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Zwar lieferte Kleindienst die Vorlage zum zwischenzeitlichen 3:3 durch Franck Honorat (86.), nur ein Treffer in den vergangenen acht Bundesligaspielen ist jedoch zu wenig für die Ansprüche des deutschen Nationalspielers. Als wäre das nicht genug, bereitete Kleindienst mit einem misslungenen Kopfball den Kieler Siegtreffer durch Machino (90.+1) vor.
Viele Gelegenheiten für den erhofften Befreiungsschlag hat Kleindienst nicht mehr. Mit 1899 Hoffenheim, den FC Bayern und den VfL Wolfsburg hat Gladbach nur noch drei Gegner vor der Brust.
Honorat verändert das Gladbacher Spiel
Wer dagegen unter Beweis gestellt hat, ein Unterschiedsspieler zu sein, ist Franck Honorat.
Der Franzose fehlte aufgrund von Rückenbeschwerden gegen Dortmund, feierte in Kiel zumindest seine Rückkehr in den Kader und wurde nach 61 Minuten für Robin Hack eingewechselt.
Mit Honorat veränderte sich das Spiel, Gladbach wurde energischer und agierte temporeicher im letzten Drittel. Viele Angriffe liefen über seine Seite, die Vorlage zum 2:2 durch Alassane Pléa (69.) und der eigene Treffer in der Schlussphase waren die logische Konsequenz.
Will Borussia einen versöhnlichen Abschluss feiern, ist Honorat in der Startelf unerlässlich. Genauso braucht es die lange gelebte Resilienz und Kompaktheit gegen den Ball – und wieder mehr Laufangebote und Entschlossenheit im eigenen Angriff.
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