„Haben eine Schmerzgrenze“
Hohe Ablöseforderung für Gladbacher Transferziel wirft Fragen auf
Borussia Mönchengladbach interessiert sich seit längerer Zeit für einen potenziellen Neuzugang – dessen Preisschild jedoch Ernüchterung auslöst.
Mönchengladbach – Der Transfermarkt öffnet offiziell am 1. Juli, traditionell wird aber schon im Vorhinein an den ersten Deals gebastelt. Entsprechend fragen sich Fans von Borussia Mönchengladbach: Was passiert denn nun?
Gladbach-Fans warten trotz konkreter Gerüchte auf Neuzugänge
Auf Neuzugänge warten die Fohlen-Anhänger vergeblich, wobei zu Jahresbeginn mit Kevin Diks und Jens Castrop die beiden ersten Transfers zur kommenden Saison eingetütet worden sind.
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Erst nach Verkäufen kann Borussia wieder aktiv werden, doch auch in diesem Segment stockt es. Stefan Lainer hat seine Zelte nach sechs Jahren abgebrochen und ist zu RB Salzburg zurückgekehrt, sein Abgang eröffnete aber keine Chance auf eine Neuverpflichtung. Dafür muss etwa Ko Itakura herhalten, der unter anderem bei Eintracht Frankfurt auf dem Zettel steht.
Da sich die Verantwortlichen am Niederrhein im Wartestand befinden, drohen sich Türen zu schließen, die vor einigen Wochen noch offen gewirkt haben. So deutet es sich beispielsweise im Fall Shuto Machino an. Der Stürmer von Absteiger Holstein Kiel wird seit Wochen mit Gladbach in Verbindung gebracht, bekam von Sportchef Olaf Rebbe nun aber ein hohes Preisschild aufgebrummt.
Kann sich Gladbach Machin überhaupt noch leisten?
„Wir haben eine Schmerzgrenze für einen Abgang. Diese liegt in einem zweistelligen Millionen-Bereich“, sagte Rebbe gegenüber Sky Sport. Machino wolle in einer ersten Liga spielen und sich für eine Teilnahme mit Japan an der Weltmeisterschaft 2026 empfehlen – doch im Gegenzug hoffen die Störche auf einen Rekordtransfer.
Qualität hat nun einmal ihren Preis, im Stürmer-Segment ist dieser oftmals höher. Ein Beispiel aus einer anderen finanziellen Dimension: Nachdem der FC Bayern Robert Lewandowski 2022 an den FC Barcelona verkauft hatte, sahen sich die Münchner 2023 gezwungen, 95 Millionen Euro für Harry Kane auf den Tisch zu legen, um die Lücke zu schließen.
Machino würde in Gladbach den verletzten Tim Kleindienst bis zu seiner Genesung ersetzen, wäre anschließend ein Konkurrent auf der Zehn und dem linken Flügel.
Da der Klub ohne Spielerverkäufe handlungsunfähig wird und nicht jeder Euro, der bei einem Verkauf verbucht wird, reinvestiert werden kann, wirft die Kieler Schmerzgrenze Fragen hinsichtlich eines Machino-Transfers nach Gladbach auf. Der Japaner wäre dann immerhin teurer als Kleindienst, der sieben Millionen Euro gekostet hat.
Kiel bei Machino in angenehmer Position
Die KSV Holstein befindet sich hingegen in einer komfortablen Situation. Neben Gladbach sind unter anderem der Hamburger SV, SC Freiburg und Union Berlin mit Machino in Verbindung gebracht worden. Der bis 2027 datierte Vertrag soll laut Bild-Zeitung keine Ausstiegsklausel erhalten.
Auch die Kieler Nachrichten ließen im Mai verlauten, es gebe keine Ausstiegsklausel – später hieß es dann aber, die Chance zur Verpflichtung für eine festgeschriebene Ablösesumme über 3,5 Millionen Euro sei am 31. Mai verstrichen. Selbst mit dieser Summe wäre Machino im Übrigen der Rekordtransfer geworden, denn bisher ist David Kinsombi mit seinem drei Millionen Euro teuren Wechsel zum HSV im Sommer 2019 der teuerste Kieler Abgang.
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