Klare Worte

Bundestrainer erstickt hitzige Debatte bei Frauen-EM im Keim

Deutschland muss bei der Frauen-EM gegen Schweden liefern. Vor dem wichtigen Spiel sorgte eine Diskussion für Aufsehen. Jedoch nicht beim Bundestrainer.

Zürich – Vor dem letzten EM-Gruppenspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Schweden (alle TV-Infos hier) hat Bundestrainer Christian Wück die Diskussionen um Torhüterin Ann-Katrin Berger entschieden beendet. „Es gab bei uns nie eine Torwartdebatte“, erklärte Wück auf der Pressekonferenz im Züricher Letzigrund. Die Kritik an Bergers riskantem Spielstil, die nach dem 2:1-Sieg gegen Dänemark aufkam, sei intern besprochen worden.

Bundestrainer Wück erstickt hitzige Debatte um Berger bei Frauen-EM im Keim

Wück betonte auf der DFB-Pressekonferenz, dass er mit Berger ein „ganz normales Gespräch“ geführt habe, wie mit jeder anderen Spielerin auch. „Wenn ich ein Gespräch mit einer Spielerin unter vier Augen führe, dann bleibt das intern“, erklärte der 52-Jährige weiter. Er hatte nach dem Spiel gegen Dänemark angekündigt, mit Berger über ihre riskanten Dribblings vor dem eigenen Tor sprechen zu wollen.

Fußball-Europameisterschaft der Frauen - alle Titelträger im Überblick

1984 Schweden: Bei der Turnier-Premiere 1984 setzten sich die Schwedinnen im Elfmeterschießen mit 4:3 gegen England durch
1987 Norwegen: Drei Jahre später unterliegt der amtierende Europameister Schweden dem Gastgeber Norwegen. Das Finale im skandinavischen Duell endet mit 2:1.
1989 BR Deutschland: Beim Heimturnier 1989 legen die DFB-Damen den Grundstein für eine große Ära. Im Finale gelingt ein 4:1 gegen Titelverteidiger Norwegen.
Beim Turnier in Dänemark trifft die deutsche Mannschaft abermals im Finale auf Norwegen. Dank eines 3:1 nach Verlängerung kann der Titel verteidigt werden.
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Berger selbst verteidigte ihre Spielweise und betonte: „Ich liebe es, Fußball zu spielen, und ich glaube, das ist einfach meine Art und Weise. Vielleicht kann man es minimieren, aber ich glaube, ganz raus werde ich es auf jeden Fall nicht bekommen.“ Die 34-Jährige zeigte sich gelassen und entschlossen, ihren Stil beizubehalten.

Berger bleibt standhaft: „Ich würde es wieder tun“

Berger, die in Drucksituationen wie dem Olympia-Viertelfinale gegen Kanada glänzte, sieht ihre Rolle im Team als unverzichtbar. Ihre Fähigkeit, in entscheidenden Momenten Ruhe zu bewahren, schätzt auch Bundestrainer Wück. „Ich muss ehrlich sagen: Druck verspüre ich nicht. Es ist grundsätzlich ein Fußballspiel – einer gewinnt, einer verliert“, so Berger.

Vor dem entscheidenden Spiel gegen Schweden, das am Samstag um 21 Uhr im Züricher Letzigrund stattfindet, sind die Erwartungen hoch. Deutschland ist bereits für das Viertelfinale qualifiziert, benötigt jedoch einen Sieg, um die EM-Gruppe C zu gewinnen. Alle Tabellen und Ergebnisse finden Sie in unserem EM-Spielplan. Wück erwartet ein „enges Spiel“ zweier Teams „auf Augenhöhe“. Ein Sieg würde dem Team das Selbstvertrauen geben, um im Turnier weiter erfolgreich zu sein. Ob Sieg oder Niederlage, ein harter Gegner dürfte bei der Frauen-EM so oder so auf Deutschland warten.

Bundestrainer Christian Wück wehrt sich gegen eine mögliche Diskussion bei der Frauen-EM.

Spannung vor dem entscheidenden EM-Spiel gegen Schweden

Gegen Schweden setzt der DFB wohl auf einen besonderen Glücksbringer. Die Rückkehr von Kapitänin Giulia Gwinn ins Teamquartier in Zürich gibt der Mannschaft zusätzlichen Auftrieb. „Sie ist ein unglaublich wichtiger Teil für uns. Sie gibt uns ganz viel Energie, auch wenn sie nicht auf dem Platz zur Verfügung steht“, sagte Klara Bühl über Gwinns Einfluss.

Mit dem Viertelfinal-Ticket in der Tasche ist es das klare Ziel, mit einem Sieg gegen Schweden die Gruppe zu gewinnen. Für eine DFB-Spielerin wird es ein ganz besonderes Duell. Die Spannung vor dem Spiel ist greifbar, und die Mannschaft ist bereit, ihr Bestes zu geben, um die nächste Runde mit einem positiven Ergebnis zu erreichen. Über die Torfrau dürfte dann wohl nicht mehr diskutiert werden. (fpt)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Fotostand / Fantini

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