Trainer auf der Kippe?
Plötzlich steht Gladbach vor einer ungewollten Trainerdiskussion
Durch Interview nach dem 0:2 gegen Bayern könnte Gerardo Seoane eine Trainerdebatte bei Borussia Mönchengladbach ausgelöst haben.
Mönchengladbach – Für Borussia Mönchengladbach wäre im Auswärtsspiel gegen den FC Bayern mehr drin gewesen als eine Niederlage. Doch das war nicht der größte Aufreger bei den Fohlen.
Seoane bricht Interview wegen Zukunftsfrage ab
Während der deutsche Rekordmeister einerseits die 34. Meisterschaft und andererseits den Abschied von Thomas Müller feierte, ließ Cheftrainer Gerardo Seoane aufhorchen, als er ein Interview mit Bezahlsender Sky abgebrochen hat. Ausschlaggebend waren Fragen über seine Zukunft bei der Borussia.
Seoane ist bis 2026 an den VfL gebunden. Sport-Geschäftsführer Roland Virkus eröffnete nach der 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund am 30. Spieltag gegenüber Sky, nach der Saison Gespräche über die weitere Zukunft initiieren zu wollen.
Der seit 2023 amtierende Cheftrainer hat über weite Strecken der Saison Argumente für eine Vertragsverlängerung gesammelt. Der Saisonendspurt lässt jedoch allen voran die Fans an einer erfolgreichen Zukunft mit Seoane zweifeln.
Gladbach und die verfrühte Trainerdiskussion
Seit April hat Gladbach in sechs Bundesligaspielen nur zwei Punkte gesammelt. Gemeinsam mit dem VfL Wolfsburg und dem VfL Bochum, dessen Abstieg am Wochenende besiegelt worden ist, hat Borussia in diesem Zeitraum die wenigsten Zähler eingeheimst.
Noch alarmierender ist die Bilanz von 16 Gegentoren – kein anderer Bundesligist ist seit dem 28. Spieltag häufiger überwunden worden.
Statt bis zum Schluss um die überraschende Qualifikation für den Europapokal zu spielen, ist Gladbach durch den 4:0-Sieg des VfB Stuttgart gegen den FC Augsburg am Sonntagabend auf Rang zehn abgerutscht. Ein Platz in der oberen Tabellenhälfte ist das ausgerufene Saisonziel, erfüllen können die Fohlen diese Maßgabe nur mit einem Sieg gegen Wolfsburg und einer gleichzeitigen Niederlage von Stuttgart (gegen RB Leipzig) oder Werder Bremen (gegen den 1. FC Heidenheim).
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Rückblickend hat Virkus das Vertragsfass zu früh aufgemacht. Der Sport-Geschäftsführer betont zwar stets, die Saison insgesamt zu bewerten und Trends in den Gesamtkontext einzuordnen. Innerhalb des Fan-Umfelds würde gegenwärtig jedoch Unverständnis über eine längerfristige Verlängerung herrschen.
Gladbach hat sich in eine Zwickmühle manövriert
Seoane wiederum wird von Virkus als akribisch, detailversessen und lösungsorientiert beschrieben. Insofern dürfte der Schweizer zunächst bemüht sein, Schwachstellen zu beheben und mit Blick auf die kommende Saison Veränderungen im Trainingsbetrieb und der Spielweise anzustreben.
Gleichwohl wird der Transfersommer eine wichtige Rolle spielen. Gladbach drohen mehrere Abgänge, Virkus versprach vor dem Gastspiel in München dennoch „eine schlagkräftige Truppe“ für die kommende Saison und ergänzte, es sei das Ziel, den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. Misslingt diese Aufgabe, könnte sich Seoane Gedanken darüber machen, ob tatsächlich eine weitere Entwicklung stattfinden kann.
In gewisser Weise stecket Gladbach in einem Dilemma. Eine sofortige Verlängerung hätte einen faden Beigeschmack, der Gang ins letzte Vertragsjahr brächte wochenlange Spekulationen mit sich. Eine Trennung wirkt hingegen noch nicht vorstellbar, zu groß ist das Vertrauen, das die sportliche Leitung in Seoane setzt. So bleiben lediglich Fragezeichen, die der Klub in seiner jetzigen Phase nicht gebrauchen kann.
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