Nach Bruchlandung

Seoane lässt mit Zukunftsaussage aufhorchen – Gladbach muss sich straffen

Der Ton bei Borussia Mönchengladbach verschärft sich. Gerardo Seoane macht derweil mit einer Bemerkung über die Zukunft auf sich aufmerksam.

Mönchengladbach – In den vergangenen vier Bundesligaspielen hat Borussia Mönchengladbach eine echte Bruchlandung erlebt.

Gladbach taumelt gen unterer Tabellenhälfte

1:1 gegen den FC St. Pauli, 1:2 gegen den SC Freiburg, 2:3 gegen Borussia Dortmund, 3:4 gegen Holstein Kiel – statt weiter zuverlässig zu punkten und Europa immer fester in den Blick zu nehmen, ist der einstellige Tabellenplatz in akuter Gefahr.

Gerardo Seoane muss mit Gladbach mindestens den neunten Tabellenplatz wahren.

Allen voran die Art und Weise der Auftritte in Hamburg, gegen Freiburg und in Kiel lassen die Fans ratlos zurück. Auch Cheftrainer Gerardo Seoane missfällt, was er gegenwärtig auf dem Platz sieht. „Ein Austrudeln darf es nicht geben! Ich will eine Weiterentwicklung sehen“, zitierte die Bild-Zeitung den Coach, der am Wochenende aufhorchen ließ: „Wir spielen hier alle noch um unsere Zukunft. Das gilt für die Spieler und das Trainerteam.“

Wenige Tage zuvor hatte Sport-Geschäftsführer Roland Virkus gegenüber Sky bestätigt, mit Seoane im Sommer über die Zukunft sprechen zu wollen. Absolut Fußball, das Fußball-Portal von Home of Sports, lieferte daraufhin drei Argumente für eine Vertragsverlängerung – doch spätestens das Spiel in Kiel brachte dem Coach keine weiteren Pluspunkte ein.

Gladbach muss die Zügel anziehen

Umso wichtiger wird es, sowohl auf dem Trainingsplatz als auch in Gesprächen die Zügel anzuziehen.

Nach dem 1:0-Heimsieg gegen RB Leipzig am 29. März hinterließen die Spieler in der Mixed Zone einen positiven Eindruck. Eine mögliche Qualifikation für den Europapokal wurde als riesige Chance gesehen, es herrschte das Gefühl vor, etwas Großes erreichen zu können. Seoane nahm seinerzeit Ehrgeiz, Hunger und Willen in der Mannschaft wahr.

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Dass auf den Höhenflug der Sinkflug folgt, wirft Fragen auf. Hatten die Spieler doch das Gefühl, schon am Ziel angekommen zu sein? Machte sich plötzlich Druck breit, obwohl man sich in einer Position sah, in der man nur gewinnen konnte?

Vom Willen, das i-Tüpfelchen perfekt zu machen, war in den vergangenen Spielen kaum etwas zu spüren. In der Nachbetrachtung der Saison gilt es, diesen Abschnitt kritisch zu reflektieren und den Finger in die Wunde zu legen – denn weder gegen St. Pauli noch gegen Kiel agierte Gladbach so souverän wie in der Hinrunde.

Zuvor wird sich Borussia straffen müssen, um in den restlichen Spielen gegen 1899 Hoffenheim, den FC Bayern und den VfL Wolfsburg mindestens den neunten Tabellenplatz zu verteidigen. Sollten der FC Augsburg (10., 43 Punkte) oder der VfB Stuttgart (11., 41 Punkte) im Endspurt noch vorbeiziehen, hätte Gladbach zu viel aus der Hand gegeben.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Susanne Hübner, Susanne Huebner

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