„Es ist nicht normal“

Seoane kündigt nach Gladbach-Patzer Maßnahmen an

Die Unzufriedenheit ist bei Borussia Mönchengladbach nach dem 1:1-Remis gegen den FC St. Pauli groß. Gerardo Seoane hat eine Reaktion angekündigt.

Mönchengladbach – Die Ausrutscher sind bei Borussia Mönchengladbach seltener geworden, doch sie passieren noch immer. Der einzige Unterschied im Vergleich zu den vorherigen Malen: Gegen St. Pauli sprang immerhin noch ein Punkt heraus.

Gladbach holt gegen St. Pauli einen glücklichen Punkt

Im Januar ging Gladbach mit 1:5 gegen den VfL Wolfsburg unter, im Februar setzte sich der FC Augsburg mit 0:3 durch. Am Sonntag nahm Borussia ein 1:1 aus Hamburg mit und verhinderte die elfte Saison-Niederlage.

Woran es gemangelt hat, war spätestens nach dem Interview von Tim Kleindienst bei DAZN klar. „Wir haben alles vermissen lassen. Wir hatten keine zweiten Bälle, wir haben keinen Angriff vernünftig zu Ende gespielt, wir hatten so viele Ballverluste, wir hatten so einfache technische Fehler“, analysierte der Stürmer. „Wir hatten keine Strafraumaktionen, kaum Abschlüsse.“

Cheftrainer Gerardo Seoane hat an der Seitenlinie mehrfach versucht, Einfluss auf den fahrigen Auftritt seiner Mannschaft zu nehmen und ihr mehr Stabilität zu verleihen. So wurden in der zweiten Halbzeit mit Fabio Chiarodia, Marvin Friedrich und Luca Netz drei Verteidiger eingewechselt, mit einer Fünferkette sollte nichts mehr anbrennen.

Gladbach-Trainer Gerardo Seoane erlebte gegen St. Pauli einen komplizierten Arbeitstag.

Das Problem: Aufgrund der schnellen Ballverluste schuf Gladbach kaum Entlastung, daran änderte auch die Einwechslung von Kevin Stöger nichts. Mit dem Ball am Fuß blieb Borussia blass, das Schussverhältnis von 5:26 sprach ebenso wenig für die Fohlen wie 36 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von 43 Prozent und 0,64 xGoals gegenüber 1,84 xGoals für St. Pauli.

Seoane kündigt erste Maßnahmen an

In den beiden vergangenen Spielzeiten wehte nach schwächeren Spielen selten ein rauer Wind. Ex-Trainer Daniel Farke beschwor eine junge Mannschaft, die gemessen am Durchschnittsalter aller eingesetzten Spieler aber gar nicht mal so jung war. Und im ersten Jahr von Gerardo Seoane waren häufig die Schlagwörter „Prozess“ und „Umbruch“ als Erklärungsansatz herangezogen worden.

Mittlerweile finden die Verantwortlichen deutliche Worte, wenn die Leistung nicht stimmt.

Das galt nach dem Schlusspfiff gegen St. Pauli auch für Seoane, der bei DAZN erste Maßnahmen ankündigte: „Wir werden im Trainerteam die Köpfe zusammenstecken, die Bilder anschauen und Revue passieren lassen, was wir in den letzten Wochen vielleicht nicht angesprochen haben oder worauf wir zu wenige Akzente gesetzt haben. Dann werden wir mit der Mannschaft aufarbeiten, was wir in gewissen Spielphasen machen wollten. Wir werden auch im Training den einen oder anderen Akzent setzen.“

Nach dieser Leistung sei „eine selbstkritische Analyse von allen, auch von uns im Staff“ erforderlich, betonte der Schweizer. „Wir haben einen ganz anderen Anspruch an uns selbst.“

Seoane zeigt Gladbach-Stars einen Lösungsweg auf

Nur wenige Spieler haben positiv auf sich aufmerksam machen können, darunter Torhüter Tiago Pereira Cardoso. Der Teenager sammelt von Spiel zu Spiel mehr Argumente, auch wenn Borussia weiter auf die Bremse treten wird, um die Erwartungen zu dämpfen.

Mehr als ein souveräner Torwart und ein funktionierendes Innenverteidiger-Paar um Ko Itakura und Nico Elvedi fiel aber nicht auf. „Wir hatten nie richtig Zugriff, sind nicht in die Duelle gekommen und hatten dadurch keine Balleroberungen. Wir haben es im Ballbesitz nicht geschafft, uns gegen das hohe Angriffspressing zu befreien“, klagte Seoane.

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Diego Maradona: Der Argentinier (Weltmeister 1978) feierte seine größten Erfolge auf Vereinsebene mit dem SSC Neapel. Für die Süditaliener spielte „die Hand Gottes“ von 1984 bis 1991. Die Erfolgsgeschichte endete unrühmlich. Maradona wurde des Kokain-Konsums überführt und von der italienischen Liga für 15 Monate gesperrt. Danach schaffte er es zurück in den Profi-Fußball. Im Sommer 1992 schloss sich Maradona dem FC Sevilla an.
Rafael van der Vaart: Von seinem Jugend-Verein Ajax Amsterdam kam van der Vaart 2005 zum Hamburger SV. Sechs Jahre spielte der Niederländer an der Elbe. Nach jeweils zwei Jahren bei Real Madrid und Tottenham Hotspur sowie weiteren Stationen schloss sich van der Vaart kurz vor dem Ende seiner Karriere Esbjerg fB in Dänemark an.
Torsten Frings: Bei Werder Bremen wurde der gebürtige Westfale zum Bundesliga-Profi, 1999 gewann Frings mit den Grün-Weißen den DFB-Pokal. Später spielte er für Borussia Dortmund (2002-2004) und den FC Bayern. Frings‘ Herzensclub sollte Bremen werden, nach nur einem Jahr in München kehrte er 2005 an die Weser zurück. Von 2011 bis 2023 ließ Frings seine Karriere beim FC Toronto in Kanada ausklingen.
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Schon im Spitzenspiel gegen Mainz 05 am 25. Spieltag (1:3) fand Gladbach keine Lösung gegen das Pressing. „Wenn du den Ball bekommst, musst du dich unter Druck befreien können. Du musst mehr als ein bis zwei Kontakte machen und länger am Ball bleiben, damit du mehr Optionen hast“, zeigte Seoane nach dem Abpfiff gegen St. Pauli einen Lösungsweg auf.

„Du musst in die Verlagerungen kommen. Wir sind überhaupt nicht in die Abläufe gekommen, wir haben es überhaupt nicht geschafft, länger am Ball zu bleiben.“

Angesichts dieser Leistung sei es „nicht normal, dass du so auswärts einen Punkt holst“, schlussfolgerte der kritische Cheftrainer. Insofern kann Gladbach davon sprechen, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Gleichzeitig sind die Sinne vor dem Aufeinandertreffen mit dem SC Freiburg geschärft worden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Oliver Ruhnke

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