Abgang droht

Verletzungs-Sorge um Can: Wer folgt als BVB-Kapitän?

Emre Can leidet weiter unter seiner Verletzungsmisere. Auch ein Abgang im Sommer aus Dortmund steht im Raum – was das Kapitänsamt frei machen würde.

Dortmund – Eigentlich gehört Emre Can zu den klaren Leistungsträgern von Borussia Dortmund. Aufgrund seiner andauernden Adduktorenverletzung steht der BVB-Kapitän allerdings derzeit nicht im Kader. In dieser Saison kommt der 31-Jährige bisher noch auf keinen einzigen Einsatz für Schwarz-Gelb. Die Lage für den Nationalspieler ist dementsprechend eng.

Emre Can konnte in dieser Saison verletzungsbedingt bisher nur bei der Mannschaftsvorstellung zu Saisonbeginn auflaufen.

Denn der Vertrag von Can läuft nur noch bis zum Ende dieser Saison. Die Tendenz bei der Vereinsführung geht immer weiter weg von einer Verlängerung, sollte der ehemalige Liverpool-Star nicht bald wieder einsatzbereit und laut Bild „überdurchschnittliche Leistungen“ liefern. Die momentane Situation liefert dabei wenig Argumente für einen neuen Vertrag.

Emre Can muss um seinen Stammplatz bei Borussia Dortmund bangen

Der 31-Jährige muss nämlich zudem auch bei einer Rückkehr um seinen Stammplatz bangen. Mit dem wieder genesenen Nico Schlotterbeck und Waldemar Anton bleibt in der Dreierkette der Schwarz-Gelben lediglich eine Position frei. Dort wird er sich unter anderem mit der Chelsea-Leihgabe Aaron Anselmino duellieren müssen, der bei seinem ersten Einsatz für den BVB gleich seine Klasse präsentierte.

Zu Cans Konkurrenz gehört zudem auch Top-Verdiener Nikas Süle. Auch der Champions-League-Sieger mit den Bayern hat derzeit mit einer Wadenverletzung zu kämpfen und arbeitet weiter an seinem Comeback. Auch der 30-Jährige steht in seinem letzten Vertragsjahr und muss um eine Verlängerung seines Kontrakts kämpfen.

Die teuersten BVB-Zugänge der Vereinsgeschichte

Der bis heute teuerste Neuzugang in der Vereinsgeschichte des BVB ist Ousmane Dembélé. Als damals 19-Jähriger kam der Franzose 2016 für 35 Mio. Euro nach Dortmund und mischte die Bundesliga furios auf. Nach 31 Torbeteiligungen und dem DFB-Pokalsieg im Gepäck wechselte Dembélé nach nur einem Jahr für 135 Mio. Euro zum FC Barcelona und ist damit gleichzeitig der teuerste BVB-Abgang jemals.
Satte 31 Mio. Euro zahlte der BVB 2022 an Ajax Amsterdam für die Dienste von Sébastien Haller. Der Ivorer kam als Nachfolger von Erling Haaland, doch seine Zeit beim BVB wurde von der Krebsdiagnose kurz nach seinem Wechsel überschattet.
2016 für 35 Mio. Euro an den FC Bayern verkauft, 2019 für 30,5 Mio. Euro zurückgeholt. Damit ist Mats Hummels der drittteuerste Neuzugang der BVB-Vereinsgeschichte. Insgesamt hat der Weltmeister über 13 Jahre im BVB-Trikot verbracht und 508 Pflichtspiele bestritten. 2024 hat er die Dortmunder als eine der größten Vereinslegenden aller Zeiten verlassen und im Sommer 2025 nach einem einjährigen Intermezzo bei der AS Rom seine Karriere beendet.
Auf Platz vier im Ranking der teuersten BVB-Neuzugänge ist der im Sommer 2025 verpflichtete Jobe Bellingham. Satte 30,5 Mio. Euro ließen sich die Westfalen die Dienste des erst 19-jährigen Mittelfeldspielers kosten. Beim BVB tritt der junge Engländer in sehr große Fußstapfen.
Die teuersten BVB-Zugänge der Vereinsgeschichte

Da auch im Mittelfeld derzeit wenig Platz für Can ist, steht dem Kapitän ein harter Konkurrenzkampf bevor. Sollte sich der Nationalspieler nicht durchsetzen können und den Verein im Sommer verlassen müssen, wirft sich eine weitere Frage beim BVB auf: Wer wird Can als Kapitän bei Schwarz-Gelb beerben?

Als mögliche Nachfolger sind die zwei Stellvertreter Cans am wahrscheinlichsten, Julian Brandt und Nico Schlotterbeck. Da sich der Offensivspieler allerdings ebenfalls in der letzten Saison seines Vertrags befindet und es sogar Gerüchte um einen vorzeitigen Abgang des Spielmachers gibt, würde die Wahl stand jetzt wahrscheinlich auf Schlotterbeck, dessen Arbeitspapier bereits vorzeitig verlängert werden soll, fallen.

Der Verteidiger feierte am vergangenen Wochenende sein Comeback nach seinem Meniskusriss aus dem vergangenen April und konnte sofort wieder überzeugen. Vor seiner Verletzung gehörte der deutsche Nationalspieler bereits zu den Leistungsträgern des BVB und zeigte mit schlagkräftigen und ambitionierten Aussagen, dass er mit den Dortmundern große Ziele habe. Er wäre also ein plausibler Nachfolger, sollte es am Ende zum spekulierten Abschied von Emre Can aus Dortmund kommen. (seb)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bahho Kara

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