Stuttgart lehnt Finanzierungsmodell ab

Video-Meeting enthüllt: FC Bayern zieht sich wohl aus Transfer-Poker um Woltemade zurück

FC Bayern beendet die Transferbemühungen um Woltemade anscheinend. Ein nicht-öffentliches Online-Meeting zeigt ein spezielles Finanzierungsmodell.

München – Der Transferpoker um Nick Woltemade nimmt eine dramatische Wendung. Nach einem gescheiterten Video-Meeting am Mittwochnachmittag haben die Verantwortlichen des FC Bayern München ihre Hoffnungen auf einen Wechsel des VfB Stuttgart-Stürmers in dieser Transferperiode offenbar aufgegeben. Wie die Bild berichtet, konnten auch die jüngsten Verhandlungen zwischen den Vereinsspitzen keine Einigung erzielen, obwohl die Bayern mit einem außergewöhnlichen Finanzierungsmodell vorstellig wurden.

Der FC Bayern gibt alles für den Woltemade-Transfer, doch der VfB Stuttgart blockt alle Angebote ab.

An dem entscheidenden Video-Call nahmen demnach auf Bayern-Seite CEO Jan-Christian Dreesen, Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund teil. Der VfB Stuttgart war mit Vorstandschef Alexander Wehrle, Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sowie Sportdirektor Christian Gentner vertreten. Den größten Redeanteil in der Runde hatte offenbar Dreesen, der den Schwaben ein innovatives Ablösemodell präsentierte, das aus zwei wesentlichen Kernpunkten bestand.

Dreesen präsentiert im Woltemade-Transferpoker 55-Millionen-Paket mit Provisions-Verzicht

Das Finanzierungspaket sah vor, dass Bayern 55 Millionen Euro Fixsumme für den Nationalstürmer zahlen wollte. Zusätzlich hätte die Woltemade-Seite auf die übliche Provision in Höhe von rund zehn Prozent der Ablöse verzichtet. Insgesamt wäre so ein Paket von mehr als 60 Millionen Euro plus Weiterverkaufsbeteiligung zustande gekommen.

Dem Video-Call sollen zudem intensive Vorbereitungen vorausgegangen: Woltemade-Berater Danny Bachmann war laut Bild am vergangenen Sonntag nach München gereist und hatte sich dort mit Dreesen in der Münchner Innenstadt getroffen. Bei diesem persönlichen Meeting entwickelten die beiden offenbar gemeinsam die Idee des Ablöse-Modells mit Provisions-Verzicht.

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Anfang der Woche legten die Bayern den Stuttgartern dann dieses neue Angebot vor – jedoch ohne Erfolg. Parallel zu den Verhandlungen zwischen den Vereinen soll Woltemade mehrfach persönlich das Gespräch mit VfB-Boss Wehrle gesucht und um die Freigabe für den Wechsel gebeten haben. Der 23-jährige Woltemade wäre Medienberichten zufolge sogar bereit gewesen, auf Teile seines Gehalts zu verzichten, um seinen Wechsel nach München zu ermöglichen.

Die erneute Ablehnung sorgte für heftige Reaktionen. Danny Bachmann, Woltemades Berater, ging nach den gescheiterten Gesprächen scharf mit den Stuttgartern ins Gericht. „Die von Herrn Wehrle in dieser Woche geforderte Lösung im Rahmen einer fragwürdigen Deadline wurde heute mit dem Gesamtpaket von Interessent und Spielerseite zusammen in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro plus Weiterverkaufsbeteiligung geliefert“, erklärte Bachmann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Der Berater wirft dem VfB sogar Wortbruch vor und behauptet, es habe bereits im März 2024 und Mitte Juni eine „klare Zusage des VfB für ein lösungsorientiertes Vorgehen“ gegeben. Besonders kritisiert Bachmann die Forderung des VfB nach 75 Millionen Euro, die er als „marktfremd“ bezeichnet „Für einen ambitionierten deutschen Nationalspieler ist das eine enorme Chance“, betonte Bachmann mit Blick auf die Bayern-Offerte.

Video-Meeting enthüllt: FC Bayern gibt im Transfer-Poker um Woltemade offenbar auf

VfB-Boss Wehrle hatte den Bayern zuvor ein Ultimatum gestellt: Bis zum Anpfiff des Franz-Beckenbauer-Supercups am Samstag zwischen beiden Vereinen müsse eine Entscheidung fallen. „Bis spätestens zum Anpfiff sollte auch alles geklärt sein“, hatte Wehrle bei einer Veranstaltung der Stuttgarter Zeitung betont. Bereits das erste Angebot über 50 Millionen Euro plus fünf Millionen an erfolgsabhängigen Boni sowie eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent war im Juli abgelehnt worden.

Woltemade besitzt in Stuttgart noch einen Vertrag bis 2028, der 1,98 Meter große Angreifer gilt als eines der vielversprechendsten deutschen Nachwuchstalente. Die Situation bleibt jedoch weiterhin ungeklärt, da weder der FC Bayern noch der VfB Stuttgart den gescheiterten Transfer offiziell bestätigt haben. Beim Supercup-Duell am Samstagabend dürfte Woltemade im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen – allerdings wohl weiterhin im Trikot der Schwaben. Ob sich die Fronten bis zum Ende der Transferperiode noch einmal bewegen, bleibt abzuwarten. (ck)

Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/SVEN SIMON/Imago

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