Wohnen wird teurer
In diesen Städten ist die Belastung durch die Mieten am höchsten
- VonMax Schäferschließen
Die Mieten steigen immer weiter. Die Wohnkosten nehmen dabei mehr zu als die Einkommen. Damit werden sie immer mehr zum Armutsrisiko.
Frankfurt – Wer in Städten oder Gemeinden in deren Umland lebt, hat es schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Denn die Mieten in den großen Städten und den umliegenden Gemeinden steigen immer weiter – und übertreffen dabei häufig die allgemeine Inflation und das Wachstum der Einkommen. Viele können sich deshalb keine Wohnungen mehr in den Metropolregionen leisten.
Mieten steigen immer weiter: In diesen Städten sind die Angebote am höchsten
Besonders München und Frankfurt sind dabei im Fokus. In der bayerischen Landeshauptstadt lagen die Angebotsmieten im vierten Quartal 2025 bei 23,35 Euro pro Quadratmeter. Zehn Jahre zuvor waren es noch 14,88 Euro. Das geht aus einer Erhebung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervor. In Frankfurt lagen die Mieten bei 17,36 Euro, 2015 waren es noch 12,17 Euro. Den dritten Rang belegt die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart. Dort sind die Quadratmeterpreise von 11,13 Euro 2015 auf 16,11 Euro gestiegen.
| Stadt | Angebotsmieten pro Quadratmeter (Stand: Q4 2025) |
|---|---|
| München | 23,35 Euro |
| Frankfurt | 17,36 Euro |
| Stuttgart | 16,11 Euro |
| Hamburg | 16,08 Euro |
| Berlin | 15,93 Euro |
| Köln | 15,71 Euro |
| Düsseldorf | 14,55 Euro |
| Leipzig | 10,22 Euro |
| Quelle: IfW |
In Berlin stiegen die Mieten der IfW-Erhebung zufolge von 8,77 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2015 auf 15,93 Euro 2025. Die datenjournalistische Plattform Datapulse beobachtete eine ähnlich deutliche Entwicklung, wählte jedoch einen anderen Untersuchungszeitraum. Von 2016 bis 2024 stiegen die Mieten in der Bundeshauptstadt um 91 Prozent. Zum Vergleich: Die Löhne stiegen den Analysten zufolge im selben Zeitraum um 27 Prozent, wobei die Inflation von etwa 25 Prozent das Plus nahezu vollständig aufgezehrt habe.
Wohnkosten steigen stärker als die Löhne: In diesen Städten ist die Mietbelastung am höchsten
Damit stieg die Mietbelastung laut Datapulse im Untersuchungszeitraum an. Die Fachleute haben die entsprechende Quote errechnet, also den Anteil des Nettogehalts, den Mieterinnen und Mieter für ihre Wohnkosten nutzen müssen. 30 Prozent gelten dabei als Richtwert für eine große Belastung.
| Stadt | Mietbelastungsquote |
|---|---|
| München | 31,1 Prozent |
| Berlin | 34,0 Prozent |
| Potsdam | 32,8 Prozent |
| Frankfurt | 31,0 Prozent |
| Mainz | 28,9 Prozent |
| Hamburg | 28,8 Prozent |
| Stuttgart | 28,5 Prozent |
| Offenbach | 28,3 Prozent |
| Konstanz | 28,3 Prozent |
| Köln | 28,2 Prozent |
| Quelle: Datapulse |
Die Mietbelastung ist laut der Analyse deutlich gestiegen. 2014 sind demnach noch 20,6 Prozent des Nettoeinkommens in die Miete geflossen. 2024 waren es im statistischen Mittel 23,7 Prozent. Die hohe Belastung von über 30 Prozent treffe dabei nicht mehr nur Großstädte wie München oder Frankfurt sowie deren Umland, sondern weitere Regionen, teilte Datapulse mit. Inzwischen wiesen 26 Landkreise eine Miebelastungsquote von 30 Prozent oder höher auf.
Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa









