Wegen zähem Transfermarkt
Einem Gladbach-Star droht eine ungeahnte 180-Grad-Wende
Ein Hoffnungsträger von Borussia Mönchengladbach steht vor der unerwarteten Situation, dass sich seine Pläne komplett ändern könnten.
Mönchengladbach – Anfang Mai war bei Borussia Mönchengladbach wieder richtig Zunder drin.
Alles drehte sich um Tomáš Čvančara
Zunächst veröffentlichte die Bild-Zeitung einen Artikel, in dem über eine angebliche Spieler-Revolte bei Borussia Mönchengladbach gegen Tomáš Čvančara berichtet wurde. Kurz darauf teilte der Stürmer auf Social Media gegen die Fohlen aus, schrieb von einem Wechselwunsch im Winter und unveränderten Plänen für den Sommer.
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Zum damaligen Zeitpunkt lautete die logische Konsequenz, dass Gladbach und Čvančara getrennte Wege gehen müssen. Die Ablösesumme über 10,5 Millionen Euro hat sich nicht rentiert, weil der Tscheche nach Verletzungssorgen in seiner ersten Saison keinen Platz im System von Gerardo Seoane gefunden hat.
In der Spitze hat Tim Kleindienst die Nase vorn, auf dem rechten Flügel wird Čvančara ungern eingesetzt. Sein Tempo könnte er als hängende Spitze ausspielen, doch hinter Kleindienst gab und gibt es eine Doppelbesetzung um Alassane Pléa und Kevin Stöger.
Muss Čvančara am Ende in Gladbach bleiben?
Bereits im Winter war Borussia offen für einen Abgang, wenn im Anschluss ein Ersatz hätte verpflichtet werden können. Jetzt arbeitet Sport-Geschäftsführer Roland Virkus daran, Einnahmen über andere Transfers zu generieren und einen Vorgriff im Sturm zu tätigen – andernfalls droht Čvančara die 180-Grad-Wende, auf die er eigentlich keine Lust hat.
Der Hintergrund ist Kleindiensts Knieverletzung, die er im Auswärtsspiel gegen den FC Bayern am 33. Bundesliga-Spieltag erlitten hat. Dem Vernehmen nach fällt der deutsche Nationalspieler mindestens bis November aus. Es braucht somit einen Stellvertreter für die Hinrunde und im Idealfall jemanden, der danach um Kleindienst herum spielen kann.
Seit Wochen geistert der Name Shuto Machino durch den Borussia-Park, Holstein Kiels Sportchef Olaf Rebbe träumt allerdings von einer Ablösesumme im zweistelligen Millionen-Bereich. Welche anderen Namen auf Virkus‘ Zettel stehen, ist ungewiss – unter anderem waren Michael Gregortisch und Igor Matanović gehandelt worden.
Solange Einnahmen ausbleiben oder doch verstärkt in die Abwehr investiert werden, bleibt Čvančara im Wartestand und ein Kandidat für die Rolle des Kleindienst-Ersatzes. Dabei wäre ein Wechsel das Beste für alle Beteiligten.
Wettlauf gegen die Zeit für Gladbach und Čvančara
Einerseits für Čvančara selbst, der bei einem neuen Klub eine passende Rolle finden könnte, um wieder in den Rhythmus zu kommen und seine Stärken auszuspielen.
Andererseits für Borussia, die einen Spieler in ihren Reihen hat, der polyvalent wirkt, aber auf keiner Position überzeugt hat. Und der bei den Fans in Ungnade gefallen ist, wie angesichts der Pfiffe gegen Čvančara beim Saisonfinale gegen den VfL Wolfsburg zu vernehmen war.
Allein: Verläuft der Sommer so schlimm, wie es mancher Fan bereits befürchtet, würde das gemeinsame Kapitel mindestens bis zur Winterpause fortgesetzt. In diesem Zusammenhang lautet die gute Nachricht, dass bis zum 1. September Zeit bleibt, um eine Lösung zu finden.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Justin Derondeau
