Wohin soll es gehen?
Für die Flucht aus dem Mittelmaß ist ein Umbruch in Gladbach unumgänglich
Die Fans von Borussia Mönchengladbach sehnen sich nach neuen Ambitionen. Der Klub steht im Sommer unter Zugzwang.
Mönchengladbach – Borussia Mönchengladbach ist innerhalb der vergangenen fünf Jahre ins Mittelmaß der Bundesliga abgerutscht.
Gladbach-Kader nur noch halb so viel wert wie 2020
Zu erkennen ist die Negativentwicklung anhand der Tabellenplatzierungen seit 2020/21 und der Entwicklung des Gesamtmarktwerts des Kaders.
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Nach den schweren Rückschlägen durch die Corona-Pandemie und durch mehrere verpasste Spielerverkäufe ist es Gladbach bisher nicht gelungen, im größeren Ausmaß neue Werte zu schaffen und wieder auf dem Transfermarkt an Attraktivität zu gewinnen.
Gleichwohl geben sich die Fans nicht mit dem Mittelmaß zufrieden. Die Tabellenplätze acht, zehn, zehn, vierzehn und zehn sind aus ihrer Sicht unzureichend, Teile des Umfelds verschreien Gladbach in den sozialen Netzwerken als graue Maus.
Da Borussia den achthöchsten Personalaufwand der Bundesliga verzeichnet und im Marktwert-Ranking auf Platz elf liegt, ist das sportliche Mittelfeld die logische Konsequenz. Wie kann es aber gelingen, in Zukunft wieder mehr zu erreichen?
Gladbach-Fans sehnen sich nach neuer Ambition
Eine Antwort auf diese Frage vermissen die Fans bisher. „Wir sind nach Platz 14 im Vorjahr mit viel Unsicherheit in die Saison gegangen und haben uns dennoch bewusst ein ambitioniertes Ziel gesetzt“, sagt Geschäftsführer Stefan Stegemann in einem Interview mit Vereinsmedien über die im Sommer 2024 ausgerufene Einstelligkeit.
Für einen Verein wie Borussia muss die obere Tabellenhälfte auch das Ziel sein. Mit durchschnittlich 53.101 Zuschauern im Borussia-Park hat Gladbach in dieser Saison einen neuen Rekord aufgestellt und im ligaweiten Ranking Platz fünf belegt. Nur der FC Bayern, Borussia Dortmund, VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt locken noch mehr Menschen in die Stadien.
Die Saison hat aber auch gezeigt: Aus eigener Kraft wird es schwer, den Anschluss nach oben wiederherzustellen. Schon im zweiten aufeinanderfolgenden Jahr ging Gladbach am Ende die Puste aus. Zwischen dem 19. und 27. Spieltag sammelte die Elf von Gerardo Seoane 19 von 27 möglichen Punkten, ab dem 28. Spieltag wanderten nur zwei weitere Zähler auf das Konto.
Verletzungen sind nur in gewissem Maße aufzufangen, manche Stammspieler stagnieren in ihrer Entwicklung. Das macht einen Umbruch, der so bedrohlich klingt, fast schon zur Notwendigkeit. „Es geht um kluge Entscheidungen, vielleicht auch solche, bei denen wir den Mut zeigen müssen, loszulassen, um Neuem eine Chance zu geben“, sagt Stegemann und betont: „Wir müssen Spieler dann verkaufen, wenn es sportlich weh tut. Das war in der Vergangenheit häufig so.“
Der Transfermarkt ist für Gladbach der Schlüssel zum Erfolg
Der Schlüssel zur Standortbestimmung – und damit zur Beantwortung der Frage, wo Gladbach künftig hin will – ist somit das Handeln auf dem Transfermarkt.
Gelingt es Gladbach, neben dem Tafelsilber auch andere Spieler abzugeben, die auf diese Weise Raum für Veränderungen schaffen können, kann die Mannschaft weitere Schritte machen und sich perspektivisch verbessern. Rückblickend hat der Sommer 2024 gezeigt, dass Borussia den richtigen Riecher hatte, einzelne Veränderungen aber einen zu geringen Einfluss auf die gesamte Mannschaft haben.
Stegemanns Äußerungen sind ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg, wieder ein Verkaufsklub zu werden. Jetzt liegt es an der sportlichen Leitung, Ergebnisse zu präsentieren, um die Entwicklung voranzutreiben.
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